Die Kirche in Dortmund-Deusen sollte geschlossen werden. Der Bürgerverein "Wir lassen die Kirche im Dorf" machte es sich zur Aufgabe, die Kirche zu erhalten. Für Vereinsmitglied Dachdecker- und Klempnermeister Dirk Sindermann war der Aufbau des neuen Satteldachs Ehrensache.
Mit der in den 1920er-Jahren erbauten Gustaf-Adolf-Kirche hätte Dortmund-Deusen auch ein wichtiges Stück bürgerlicher Identität verloren, dessen ist sich Ulrich Küpper, Vorsitzender des "Wir lassen die Kirche im Dorf e. V.", sicher. "Der im Nordwesten von Dortmund gelegene ländlich geprägte Ortsteil Deusen befindet sich in einer Art ,Insellage‘, umgeben von industriell geprägtem Umland. Über die Jahrzehnte hat sich hier eine intensive Ortsidentität mit einem dichten Vereinsleben entwickelt. Anstatt durch die Schließung der Kirche einen Versammlungs- und Treffpunkt zu verlieren, haben sich die Deusener Bürger dazu entschlossen, ihn durch eigenes Engagement in ein neues, multifunktionales Begegnungszentrum mit Veranstaltungsräumen, Gastronomie und einem Jugendhaus umzuwandeln."
Neubau mit Kreuzgang
Neben dem ehemaligen Kirchenbau soll nun auch ein zweiter, neuer Gebäudekomplex diese vielfältigen Anforderungen erfüllen. Seine Grundform bildet ein L-förmiger Baukörper mit Satteldach, der mit dem einen Ende wie ein Kreuzgang in alten Klosteranlagen an das Kirchengebäude anschließt. Durch den Anbau entsteht ein klar definierter, von den Gebäuden dreiseitig umschlossener, sich zur Straße hin öffnender Hof, der künftig als geschützter Außenraum zum Beispiel einen Biergarten beherbergt. Da der gesamte Neu- und Umbau neben einer finanziellen Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen vor allem über Spendengelder und Eigenleistungen der Vereinsmitglieder realisiert wird, gehörte der "spitze Bleistift" zum ständigen Begleiter bei allen Bauplanungen und Kostenrechnungen wie der von Dirk Sindermann, der als Geschäftsführer der Bedachungen Sindermann & Krajewski GmbH (Mitglied der Dachdeckerinnung Dortmund und Lünen) die Errichtung des neuen Daches übernahm. "Unser Betrieb liegt einen Steinwurf vom neuen Begegnungszentrum entfernt, und als überzeugter Deusener war es für mich Ehrensache, hier gemeinsam mit meinem Team mit anzupacken."
Die Basis des neu zu errichtenden Satteldaches mit einer Dachneigung von 47 ° bildeten 60 × 200 mm Vollholzsparren, die nach der Baufertigstellung als gestalterisches Element im Innenraum weiterhin sichtbar bleiben sollten. Darauf montiert waren OSB-Platten, die von innen nachträglich mit einer Eichenschalung bekleidet wurden. Auf die Platten verlegte das dreiköpfige Verarbeiterteam die wasserabweisende Dampfbremse (Rockfol DA), die die Holzkonstruktion während der Bauphase vor dem immer wieder einsetzenden Regen schützte.
Gleich 2 Arbeitsschritte gespart
Schnellen und zuverlässigen Schutz boten auch die anschließend verlegten 180 mm dicken Dämmplatten aus nicht brennbarer Steinwolle für Dirk Sindermann eine Premiere: "Zur Dachdämmung haben wir das Aufsparrendämmsystem Meisterdach Plus UD von Rockwool mit der Großformatplatte Masterrock 035 GF mit einer bereits aufkaschierten, diffusionsoffenen Unterdeckbahn eingesetzt. Dank dieser Platte konnten wir eigentlich gleich 2 Arbeitsschritte einsparen. Zum einen hatten wir ohne weitere Folienlagen sofort ein regensicheres Behelfsdach bis zur Montage der Dachoberlage. Zum anderen verfügen die einzelnen Unterdeckbahnen der Masterrock 035 GF über aufkaschierte Selbstklebestreifen im horizontalen wie im vertikalen Überlappungsbereich. Das Aufbringen eines separaten Klebebandes entfällt also, was die Verlegegeschwindigkeit deutlich erhöht hat. Für eine Initiative wie diese, bei der wirklich jeder Euro zählt, ist natürlich jede Beschleunigung des Baufortschritts von Vorteil."
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 22/2011.