2016-04-04T00:00:00Z Die Lobby ist da

Anlässlich der Mitgliederversammlung in Düsseldorf schieden mit Horst Böckling und Jürgen Kemming zwei Gründungsmitglieder des ZDBF aus dem Vorstand aus. Die bestens besuchte Versammlung wählte Bernd Lordieck und Thorsten Seidel einstimmig als Nachfolger. Mit gleichem Ergebnis wurde Gründungsmitglied Heinz Slink erneut in den Vorstand gewählt.

Der ZDBF bildet eine wichtige Plattform für das Miteinander im Bedachungsfachhandel“, betonte Horst Böckling zur Begrüßung und wies auf zahlreiche gute Beziehungen hin, zu denen der ZDBF beigetragen habe. Vom neuen Vorstand sind bereits Workshops geplant. Hier sollen Themen bedarfsorientiert und aktuell aufgegriffen werden, um zu gemeinsamen Lösungen zu gelangen. Auch zum Bund des Deutschen Baustoffhandels gibt es eine weitere Annäherung. Gespräche mit der Zielsetzung einer Fördermitgliedschaft können geführt werden.

Anlässlich des Rahmenprogramms begrüßte Gastredner und BDI-Präsident Ulrich Grillo die Teilnehmer mit den Worten: „Stillstand ist keine Option“. Als Vorstandvorsitzender der Grillo-Werke und Rheinzink-Mann, traf der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie hier auf zahlreiche Kunden und versicherte, dass er zwar nicht täglich mit Frau Merkel telefoniere, aber in zahlreichen Gesprächen und Aktionen zu einer starken Lobby für die Baubranche beitrage. In der Baubranche lasse sich viel Energie einsparen. Hier seien Subventionen angebracht. Die Lobby sei da und zahlreiche energieeffiziente Projekte würden gerade in Zusammenarbeit mit dem BDI ins Leben gerufen. Der zeitnahe Umgang mit der Digitalisierung, Online-Shops oder selbstfahrenden Autos, würde für Industrie und Handel ebenso wichtig, wie die Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsintegration. Dass dies gelingen kann, zeige das Beispiel seiner Familie, die vor Generationen wegen der Glaubenskriege aus Italien geflohen und irgendwann im Ruhrgebiet angekommen sei. Der Industriepräsident sorgte für eine lebhafte Diskussion und stand auch in der Pause noch zur Verfügung.

Dieter Krämer, langjähriger Wegbegleiter von Reinhold Würth, hatte tags zuvor zum Thema „Prinzipien für profitables Wachstum“ referiert. „Ständiges Wachstum“ lautet seine Devise. Mit Worten wie „Konstanz führt zum Tod“ sowie „Harmonie gibt es nur auf dem Friedhof“ und „es gibt nichts besseres als eine gute Konkurrenz“, sorgte er für angeregte Diskussionen. Zudem erklärte er, was es heißt „ein guter Verkäufer zu sein“ und das 18 Kundenbesuche pro Tag keine Seltenheit sein müssen, da sie auch den Weg zu Zufallsgeschäften ebnen. Ansonsten gelte es, den Handwerker marketingtechnisch zu unterstützen, was Krämer mit zahlreichen Beispielen untermauerte.

Ebenfalls mit praktischen Beispielen zeigte Sicherheitsexperte Erwin Markowsky auf, wie einfach es ist, das Smarthphone auszuspionieren. Identitätsverlust, Hackereinstieg über WhatsApp, eBay-Unfug oder getürkte E-Mails sorgten im Plenum dafür, die betrieblichen und eigenen Sicherheitsvorkehrungen gründlich zu überdenken.

Der scheidende Vorstand appellierte abschließend an seine Nachfolger, den auf guten Fundamenten stehenden ZDBF weiter zu entwickeln und die Verbindungen im Bedachungsfachhandel zu festigen.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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