2012-06-18T00:00:00Z Die Macht der Beteiligung

Globalisierung, App-Economy und Megatrends. Ganz im Zeichen der Zukunftsforschung stand die diesjährige Gesellschafterversammlung der Eurobaustoff Mitte Juni in Stuttgart. Rund 400 Teilnehmer informierten sich über neue Arbeits- und Lebensformen.

Johannes Messer

Wie gut es der Kooperation des großen Baustoffhändlers seit Jahren geht, zeigte schon die opulente Planung zur Gesellschafterversammlung 2012: Drei Tage lang amüsieren und informierten sich die Teilnehmer in Stuttgart und stimmten sich bereits am Freitag mit "Quad-Rennen" und Shopping-Tour in Metzingen ein. Nachmittags erläuterte Dr. Fabian Braun wie "Power-Pricing" im Baustoffhandel funktioniert, abends trafen sich die Gäste im Mercedes Benz Museum.

Der Hegel-Saal des Kultur- und Kongresszentrums Liederhalle war mit rund 400 Gästen am Freitagmorgen gut gefüllt, als Eurobaustoff Geschäftsführer Ralf Kaspar Kemmerling die Gesellschafterversammlung eröffnete. Grußworte sprach BDB (Bund Deutscher Baustofffachhandel) -Geschäftsführer Michael Hölker, der vor allem die gute Pressearbeit betonte. Eine Menge Zahlen mussten die Mitglieder anschließend verarbeiten, doch diese sind gut. Jörg Hoffmann gab einen ausführlichen Überblick über die Finanzen des Baustoffhändlers. 4,68 Milliarden Euro erwirtschaftete die Kooperation 2011, das sind 17,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Bericht des Revisionsausschusses fiel positiv aus, der Aufsichtsrat wurde entlastet und die Aufsichtsratsvergütung neu festgeschrieben. Kritik gab es von den Mitgliedern nur an Verteilung der Bonus-Quote ein Dauerthema bei den Baustoffhändlern. Aufsichtsratsvorsitzender Boy Meesenburg berichtete anschließend aus dem Aufsichtsrat: "Eine positive Entwicklung gab es in allen Bereichen unserer Kooperation. Wir als Mittelständler gestalten den Handel,", so Meesenburg.

Kritik von Jung-Unternehmern

Tradition hat bei der Gesellschafterversammlung, dass die Jung-Unternehmer ihr Statement abgeben, das taten sie, zum Teil durchaus kritisch: "Wir müssen uns mehr beteiligen. Nicht der niedrigste Preis sondern die kompetente Beratung zählt für uns. Leider lassen unsere Angebote oft zu wünschen übrig, dabei sind wir doch die Modernisierer", kritisierte Jungunternehmer Marc Kückemann aus Nettetal. "Wir brauchen eine stärkere Unterscheidung zwischen Kooperation und Verband, der BDB muss sich noch mehr profilieren, vor allem in Berlin" forderte Sabine Moser-Wilms, die deutliche Zustimmung zu ihrer Kritik an den gestiegenen Baukosten der neuen Filiale Karlsruhe erhielt.

Ulrich Wolf, ebenfalls Vorsitzender der Geschäftsführung Eurobaustoff, informierte über die weitere geplante Entwicklung: "Wir treiben den Modernisierungsmarkt und unsere Internationalisierung voran. Wir wollen die 5 Milliarden Euro Grenze beim Einkauf überspringen", so Wolf. "Neben den Niederlanden und Luxemburg in 2011 werden wir in diesem Jahr in der französisch sprechenden Schweiz mehrere Fachhändler gewinnen". Im Tagesgeschäft erwartet Wolf für 2012 noch einmal leicht steigende Umsätze. Auf die Zukunftstrends bezogen, sagte er: "Egal ob Fluch oder Segen wir können den Einfluss von Sozialen Medien nicht verhindern, sondern müssen uns auf diesen Markt einstellen".

Wer welches Smartphone wie nutzt war auch das Thema des Nachmittags. Kaspar Kemmerling moderierte die Vorträge der beiden Zukunftsforscher Andreas Steinle und Patrick Mijnals. Andreas Steinle ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts von Trendforscher Matthias Horx er weiß: "Daten und Informationen sind das Erdöl unserer Zukunft, es gibt bereits mehr Handys als Zahnbürsten und schon Grabsteine mit QR-Codes" sagte Steinle. Macht bekommt einen neuen Markt, der auf Beteiligung pocht. "Die Piratenpartei hat es uns gezeigt: Wir wollen gefragt werden". Steinle machte deutlich, dass es um Beziehungen geht. Der Kunde der Zukunft will: "Die Vorteile der digitalen Welt und das Einkaufserlebnis".

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 13/2012.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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