Web-Marketing: Wir demonstrieren die vielfältigen Möglichkeiten des Online-Marketings und vergleichen Kosten mit Nutzen.
Mehr und mehr Unternehmen verlagern ihre Werbeaktivitäten auf Online-Medien. Schließlich verfügen schon über 70 Prozent der Deutschen über einen Internetzugang, wobei durchschnittlich 100 Minuten täglich im Internet gesurft wird. 30 Millionen Deutsche sind Mitglied in mindestens einer Internet-Community, davon wollen immerhin 11 Prozent auch berufliche Kontakte knüpfen und pflegen. Junge Menschen sind inzwischen länger online, als am TV-Gerät. Für sie ist das Web schon jetzt das Medium Nummer 1 weit vor Radio, Fernsehen oder Zeitungen. Auch bei der Suche nach Dienstleistungen spielt das weltweite Datennetz eine immer wichtigere Rolle: Umfragen zufolge soll bereits ein Fünftel aller Internet-Nutzer einen Handwerker im Web suchen und finden.
Online-Marketing die Möglichkeiten
Obige Fakten sprechen für sich. Das Internet und der rasante Wandel des Informationsverhaltens weiter Teile der Bevölkerung werfen althergebrachte Marketingstrategien über den Haufen. Neue Wege der Neukundengewinnung sind gefragt …
Internet-Auftritt:
Die eigene Internet-Präsenz ("Homepage") bildet quasi die Grundlage des Online-Marketing und hat viele Vorteile (siehe auch DDH Ausgabe 15.2010). Eine eigene Internetseite kann aber mehr! Dahinter steckt die Idee der crossmedialen Kommunikation: Per aufeinander abgestimmter Maßnahmen wird eine Information oder Werbebotschaft über mehrere Kommunikationskanäle zielgerichtet verteilt und stets auf einen zentralen Kanal (meist eine Internetseite) verwiesen. Wird beispielsweise im Regionalfunk über das eigene Unternehmen und etwa über einen Auftritt auf einer Regionalmesse berichtet, reicht die Angabe der Internetadresse. Alles weitere (Zeit, Ort, Stand-Nummer) ist online abrufbar.
Banner-Werbung:
Werbebanner, kleine mit einer Sprungmarke (Link) auf andere Web-Seiten versehene Grafiken, sind die digitale Entsprechung zur Anzeigenwerbung. Banner werden auf einer fremden, von der Zielgruppe möglichst gut frequentierten Web-Seite geschaltet, um auf das eigene Unternehmen, Leistungsspektrum oder auf Aktionen hinzuweisen. Die Wirkung von statischen oder animierten Bannern ist umstritten. Häufig empfinden Internet-Nutzer Werbebanner als lästig, zudem lassen sie sich mit speziellen Programmen ausfiltern. Gut gemachte Video-Banner erzielen zwar eine deutlich höhere Aufmerksamkeit, der Erstellungsaufwand ist aber auch größer. Im Preis (circa 1-250 Euro pro Monat und mehr) enthalten sein sollten Zugriffs-Statistiken, die dem Werbekunden eine Erfolgskontrolle ermöglichen.
E-Mailing:
Schneller, flexibler und preiswerter als das konventionelle Mailing per Post ist der Versand werblicher Informationen per E-Mail. Da deren Versand ohne Zustimmung des Empfängers rechtswidrig ist, muss einiges beachtet werden. Sonst wird die E-Mail ausgefiltert, wandert ungelesen in den digitalen Abfallkorb und generiert Ärger. Zum Empfänger muss bereits eine Geschäftsbeziehung bestehen (Kunde, Geschäftspartner). Die Betreffzeile sollte kurz und so interessant sein, dass man neugierig wird. Die Nachricht sollte vor allem einen informativen Charakter haben, die eigentliche werbliche Botschaft sollte nicht im Vordergrund stehen. In wenigen Zeilen muss die Aussage "rüber" kommen, auf weiterführende Informationen und Bilder kann man gegebenenfalls mit einem Link hinweisen.
Newsletter:
Wer seine Kunden regelmäßig mit Informationen versorgen will, kann dies schnell und preiswert per "digitaler Kundenzeitschrift" tun. Dazu meldet sich der Interessent über eine Bildschirmmaske an und hinterlässt seine E-Mail-Adresse. Der Homepage-Betreiber versendet nach Erscheinen einer neuen Ausgabe (mindestens im Quartals-Rhythmus) den Newsletter an die angegebene Adresse. Sinnvolle Beispiele für Newsletter sind die automatische Benachrichtigung über neue Homepage-Inhalte, neue Dienstleistungen, Infoveranstaltungen, aber auch technische, normenrechtliche und gesetzliche Entwicklungen. Der Newsletter sollte dabei nur "appetitanregende" Einleitungstexte enthalten und per Link auf die entsprechenden eigenen Seiten mit weiteren Infos verweisen, was zusätzlich Besucherverkehr auf der eigenen Web-Seite steigert.
Google AdWords
Google ist mittlerweile die erste Anlaufstelle, wenn Produkte, Unternehmen oder Dienstleistungen gesucht werden. Deshalb kommt man auch aus Marketingsicht an Google nicht vorbei. Google AdWords (Kombination aus "Adverts" für Inserat und "Words" für Wörter) ist eine besondere Form der Internetwerbung des Suchmaschinenbetreibers Google. Auch andere Betreiber (Yahoo, Bing etc.) bieten ähnliche Konzepte für die so genannten Sponsorenlinks. Darunter versteht man einen bezahlten Eintrag innerhalb einer Suchergebnisliste. Diese bezahlten Suchtreffer erscheinen oberhalb oder rechts neben den Suchergebnissen und werden als Werbung gekennzeichnet. Sponsorenlinks ermöglichen Unternehmen für passende Suchanfragen (zum Beispiel Dachdämmung, Solardach) einen Eintrag in der Sponsorenlink-Liste zu kaufen. An welcher Stelle dieser Eintrag erscheint, hängt vom mehreren Faktoren ab, die je nach Anbieter auch die Anzahl der Klicks, die dieser Eintrag erhält, aber auch die Relevanz des Anzeigentextes oder die Qualität der Zielseite berücksichtigt.
Online-PR:
Wer interessante Referenzobjekte hat oder einen Informationstag zum Thema Dachdämmung veranstaltet, sollte das auch in Online- oder Offline-Medien kundtun. Dazu muss zunächst ein Pressetext verfasst und möglichst mit einem Pressebild illustriert werden. Informationen für Journalisten werden online über die eigene Webseite oder über Presseportale bereitgestellt oder per Serien-E-Mail versandt. Basis jeder Pressearbeit ist eine eigene Rubrik "Presse" auf der eigenen Homepage, die Pressetexte und druckfähige Pressebilder für die Publikation chronologisch sortiert zum Download bereithält sowie einen Pressekontakt für Rückfragen enthält. Will man Redakteure aktiv erreichen, verteilt man Presseinformationen über Online-Presseportale (siehe unten).
Soziale Netzwerke: …
sind im Zuge des kollaborativen Internets (Web 2.0) entstandene Netzgemeinschaften, bei denen Benutzer Netzinhalte selbst erstellen und mit anderen austauschen. Persönliche Profile können eingestellt, Kontakte geknüpft, Informationen verbreitet, gemeinsam an "Online-Tagebüchern" geschrieben, Fotos oder Videos veröffentlicht oder an Projekten gearbeitet werden. Zunehmend nutzen auch Unternehmen diese Plattformen (Xing, LinkedIn, Facebook etc.), um nahezu kostenfrei den Bekanntheitsgrad zu steigern, Geschäftskontakte zu knüpfen, auf Veranstaltungen, neue Dienstleistungen oder Produkte hinzuweisen. Neben den teilweise euphorisch propagierten Möglichkeiten und Vorteilen des "Social Networking" sollte man stets auch mögliche negative Aspekte nicht aus dem Auge lassen. Jedes im Netz eingestellte persönliche Profil kann zu neuen Geschäftskontakten und zu neuen Aufträgen führen.
Foto-/Videoportale:
Web-Fotoalben wie Flickr, Panoramio oder Picasa sowie Videoportale wie Youtube, MyVideo oder Clipfish sind sowohl als Online-Archiv für Projektbeteiligte, als auch für Marketingzwecke interessant. Laufende oder abgeschlossene Projekte, Dienstleistungen oder Produkte können in Form von Fotos oder Videos bis zu einer bestimmten Dateigröße kostenfrei im Internet vorgestellt werden (Vorher-Nachher-Fotos, Montage-Videos etc.). Sie können entweder öffentlich, für Gruppen beschränkt oder privat publiziert werden, so dass man etwa den Zugriff auf Baustellenfotos lediglich auf Projektpartner beschränken kann. Die zum jeweiligen Bild oder Video hinterlegten Beschreibungen werden von Google indexiert, so dass mit der passenden Suchanfrage das eigene Projekt oder die Dienstleistung schnell ganz vorne bei den Suchergebnissen auftauchen kann.
Dorian Kreicic
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 16/2010.