News 2012-04-11T00:00:00Z DIN-Normen hinterfragt

Fachausschüsse, Landesverbände und Schulen trafen sich zur Fachtechnischen Tagung des ZVDH in Lübeck. Ein aktiver Meinungsaustausch zu den Novellierungen des Regelwerkes war das Resultat.

Auch in diesem Jahr eröffnete ZVDH-Vizepräsident Stephan Eickhoff die Fachtechnische Tagung. Bei bestem Wetter trafen sich die Dach-Experten im Berufsbildungszentrum Lübeck-Blankensee, um über die Neuerungen im Fachregelwerk und den entsprechenden Normen zu diskutieren. Erfreut über die hohe Teilnehmerzahl dankte Eickhoff nach der Vorstellung des Programms dem Landesinnungsverband Schleswig-Holstein, vertreten durch Geschäftsführer Jan Juraschek, für den Empfang in der Bildungsstätte der Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Über die geplanten Erweiterungen und Änderungen des Merkblattes "Hinweise zu Lastermittlungen" berichtete Referent Christian Anders, technischer Berater beim ZVDH. Die Änderungen liegen dabei im Wesentlichen im redaktionellen Bereich. Tabellen wurden angepasst und Zeichnungen neu dimensioniert. Auch technische Änderungen wurden vollzogen, unter anderem im Abschnitt "Schneelasten auf Schneefangsystemen". Bei der Berechnung der Windsoglast ist in Zukunft gemäß DIN 1055-4 beziehungsweise DIN EN 1991-1-4 das Mischprofil Küste auch um große Seen (mindestens 5 km Freifläche in Windrichtung) anzuwenden. Für die Montage von PV-Anlagen gebe es keine zusätzlichen Regelungen, so Anders.

Manfred Gunkel, Technischer Berater des ZVDH, referierte über das "Merkblatt Einbauteile" und stellte den Zuhörern die Neuerungen der zuletzt aktualisierten Version aus 9/2000 vor. Ein Thema hier waren "Dachdurchdringungen". Er gab hilfreiche Tipps für die Praxis zur normgerechten Verlegung der Einbauteile von. Es sei unbedingt auf die vorgeschriebene Regensicherheit oder Wasserdichtheit der Produkte zu achten und nach Möglichkeit auf die Systemlösungen der Hersteller zurückzugreifen. Zündstoff für Diskussionen bot Gunkel den Dachexperten zum Thema "Einbau von Sicherheitsdachhaken".

Kurt Michels, Dozent im Berufsbildungszentrum Mayen, stellte den Überarbeitungs- und Planungsstand zur Normreihe 18195 - Bauwerksabdichtung und der zukünftigen DIN 18531 vor. Eine Aktualisierung der Fachregel fand im Jahr 2011 statt. Es haben Anpassungen zum Thema Windsoglast stattgefunden. DIN-Normen wurden neu angeordnet um einen besseren Überblick zu schaffen. Einige Zeichnungen wurden abgeändert und das Produktdatenblatt "Dampfsperre" neu hinzugefügt. Ebenfalls wurde in 2011 der Abschnitt "Flüssigabdichtung" ins Regelwerk aufgenommen. Die Fassung der DIN 18195 - Bauwerksabdichtung Teil 1-10, wurden im Dezember 2011 komplett überarbeit. Abschließend sprach Michels den Aufbau von PV-Anlagen auf dem Flachdach an. Abdichtungen seien nicht geeignet für lastabtragende Aufständerungen von PV-Anlagen.

Die Novellierung der DIN 68800 stellte Referent Anders vor. Die redaktionellen Änderungen seien unproblematisch. Bei den praktischen Neuerungen allerdings - und da waren sich alle Tagungsteilnehmer einig - gab es keinen Zuspruch. Der theoretische Anspruch der DIN 68800 "Holzschutz" sei praktisch nicht umsetzbar. Die Vertreter der Landesverbände einigten sich, eine Argumentationskette zu erstellen, die an die entsprechende In-stanz weitergegeben werden muss.

Allgemeine technische Vertragsbedingungen "vorsintflutlich"

Ein weiterer Punkt der Tagesordnung war die ATV DIN 18338. Der Fachtechnische Leiter des ZVDH, Josef Rühle, sieht darin massiven Handlungsbedarf. Die Definitionen in der Norm "Aufmaß und Abrechnungen" seien "vorsintflutlich". Dies sahen auch die Zuhörer so. Durch einen konstruktiven Austausch konnten schon während der Diskussion einige Änderungen mit ins Protokoll aufgenommen werden. Rühle forderte die Teilnehmer auf, weitere Stellungnahmen baldmöglichst beim Zentralverband einzureichen, um eine Umsetzung der Neuregelungen vielleicht schon in die VOB Ausgabe 2013 mit einzubringen. Auch über den Fachregel-Arbeitsstand "Dachziegel und Dachsteine" berichtete Rühle den Zuhörern.

Michael Zenk

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 07/2012.

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
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