Nadine Fischer ist studierte Diplom-Mineralogin. Weil die Frau aus Tübingen keinen Job fand, lernte sie das Dachdeckerhandwerk. Freudestrahlend nahm sie bei der feierlichen Freisprechungsfeier des Landesinnungsverbandes im Karlsruher Tollhaus ihren Gesellenbrief in Empfang.
Alle Dachdeckerlehrlinge aus den insgesamt zehn Innungen Baden-Württembergs werden seit 26 Jahren zentral in Karlsruhe unterrichtet. Sie gehen in die Heinrich-Hübsch-Schule und zur überbetrieblichen Ausbildung ins Dachdeckerbildungszentrum. Darauf wies Landesinnungsmeister Hans-Peter Kistenberger hin. Er hob die Anforderungen in der Ausbildung hervor. Das Berufsbild habe sich mit den Jahren stark erweitert. Metall- und Dachstuhlarbeiten sowie Solartechnik und Wärmeschutz seien hinzugekommen.
Der Karlsruher Baubürgermeister Michael Obert war ebenfalls voll des Lobes. Er unterstrich seine Wertschätzung für das Handwerk, das in Karlsruhe seit seiner Gründung eine gute Tradition habe. Studiendirektor Martin Amann, der an der Heinrich-Hübsch-Schule für die Dachdecker verantwortlich ist, plauderte unterhaltsam aus dem Schulalltag und gab dabei manch Nachdenkenswertes von sich. Man spürte, wie ihm seine Dachdeckerlehrlinge am Herzen liegen.