Markt 2018-04-03T00:00:00Z Dünne Luft, dicke Aussicht

Nordisches Schnacken und überall „Moin“ – besucht man den Landesverbandstag der schleswig-holsteinischen Dachdecker, fühlt man sich herzlich aufgenommen. Vorträge zur Cyberkriminalität, ein kletternder Klempner aus Südtirol und ein großartiger Festabend rundeten das Programm ab.

Mit rund 250 Besuchern war der diesjährige Landesverbandstag der „nördlichsten Dachdecker/-innen“ sehr gut besucht, auch zur Freude von Landesinnungmeister Torsten Kriedemann, der die Gäste begrüßte und durch den Tag moderierte. Günther Stapelfeldt, Präsident der HWK Lübeck, stellte bei seinen Grußworten klar, dass es dem Handwerk allgemein gut gehe. Auch das ewige Sorgenkind „Nachwuchs“ scheint anzuziehen mit einer Zuwachsrate von knapp 1 %. Wichtig ist bei der Nachwuchsgewinnung, dass es in die Köpfe der Jugend, der Lehrkräfte und der Eltern kommt, dass das Studium nicht der einzige Weg ist, erfolgreich zu sein. „Das Handwerk ist ein Gemischtwarenladen mit 130 Gewerken“, so Stapelfeldt weiter. Hier ist für jeden Ausbildungsinteressierten etwas dabei. Den Grußworten schloss sich danach Hans Christian Lagner, Vizepräsident Handwerk S.-H. e. V., an. „Handwerk steht für Beständigkeit im Wandel über Generationen. Rund eine Million Betriebe erwarten eine Politik, die das Handwerk stärkt und für Verlässlichkeit im Wandel sorgt. Unsere Aufgabe ist es, diese Erwartungen und Wünsche für unsere Handwerker hier inSchleswig-Holstein an die Regierung zu tragen“, so Langner weiter.

Beim anschließenden Jahresbericht blickte LIM Kriedemann über die deutsche Grenze hinweg auf Europa allgemein, aber auch ganz gezielt auf seinen Landesverband. „Gemeinschaft – dies ist mein Stichwort des heutigen Tages. In Zeiten, in denen Kirchen, Vereine oder auch Innungen Mitglieder verlieren, müssen wir uns Gedanken machen, warum das so ist. Die Gemeinschaft kann nicht für jeden die Lösung sein, aber sie kann stark machen, Stimme bilden und eine Familie geben. Das versuchen wir im Landesverband und darüber hinaus in all unseren Innungen“, so Kriedemann. Der Landesinnungsmeister stellte die aktuellen Umsatzzahlen und Betriebsstrukturen deutscher Dachdeckerunternehmen vor sowie die aktuellen Projekte, mit denen sich der Landesverband beschäftigt. Hierzu zählt ein erfolgreich neu gestarteter Youtube-Kanal mit hochwertig produzierten Filmen. Zum einen möchte der Landesverband aufzeigen, wie vielseitig und spannend der Beruf Dachdecker ist, zugleich ist es ein selbst erklärtes Ziel, die hohen Abbrecherzahlen weiter zu reduzieren. „Wir müssen die jungen Menschen dort abholen, wo sie stehen, und versuchen, sie von unserem Beruf zu begeistern. Jammern hilft hier nicht“, so Kriedemanns Appell abschließend.

Kreditkartendaten via „air to air“

Handwerksbetriebe im Fokus von Hackern – für Nikolas Stapels, IT Risk Manager aus Klein Rönnau, ein mögliches Szenario. Was früher der klassische Einbruch war, ist heute der Datendiebstahl. Er ist deutlich bequemer, kann von überall ausgeführt werden und ist auch für weniger versierte Menschen möglich. Ein Beispiel: Mit NFC-Apps (Near Field Communication) für Smartphones können Daten von EC- oder Kreditkarten ausgespäht werden. Der Karteninhaber merkt es nicht einmal – der Transfer läuft „air to air“, sozusagen aus der Hosentasche auf das Smartphone. Für Unternehmen liegt die Gefahr im Datenklau, in der Manipulation, im Datenverlust oder im Totalausfall mit Erpressungsversuch. Mit einem Praxisbeispiel belegte der IT-Experte die mögliche Gefahr für einen klasssischen Handwerksbetrieb: Aus einem gehackten Dachdeckerbetrieb wurden 200 Kundendaten an eine falsche Mailadresse gesendet. Der Gesamtschaden des Unternehmens lag bei 88.000 Euro für Rechtsberatung und IT-Forensik.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 08.2017.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
Newsletter