Klebebänder werden oft unter Spannung eingebaut. Zum Beispiel, wenn sie in Ecken und Falten hineingedrückt werden. Auch wenn die dabei erforderliche Kraft gering erscheint, entstehen dadurch im Klebebandträger hohe Zugspannungen.
Wird das Band zum Beispiel in einen rechtwinkligen Knick gedrückt, in dem es an den beiden Seiten nur einen Zentimeter nicht anliegt, wird es dabei um mehr als 40 % gedehnt. Die Rückstellneigung der üblichen Klebebänder führt dann zum Ablösen in diesem Bereich. Hier helfen nur das Einschneiden des Bandes und das Überkleben der dadurch entstehenden Fehlstelle. Ist eine solche Dehnung des Bandes erforderlich - z. B. an dreidimensionalen Details -, können spezielle Klebebänder mit hoher Dehnfähigkeit und geringer Rückstellneigung verwendet werden.
Klebeverbindung: Anpressdruck erforderlich
Das Problem mit der Zugspannung bedeutet jedoch nicht, dass Klebebänder grundsätzlich nicht angedrückt werden dürfen. Im Gegenteil: Damit der Klebstoff die Kontur des Untergrundes annimmt, ist ein ausreichender Anpressdruck über die gesamte Fläche erforderlich. Dies ist aufgrund der Anatomie der Hand und der bauseitigen Gegebenheiten nicht immer möglich. Daher empfiehlt es sich, druckverteilende Hilfsmittel wie Andruckrollen einzusetzen. Klebemassen hingegen sollten in ca. 8 mm Dicke aufgetragen und danach nicht zu stark angedrückt werden. Sonst wird der Klebstoff auf ein zu geringes Maß reduziert und seine Leistungsfähigkeit damit beeinträchtigt.