Beim sechsten gemeinsamen Landesverbandstag des Dachdeckerverbandes Nordrhein und des Zimmerer- und Holzbauverbandes Nordrhein erhielten die Teilnehmer einen interessanten Einblick und Überblick von Gebäuden. Die Vielfältigkeit der Vorträge deckten Themen aus Arbeitsrecht und Technik ab.
Die Vorsitzenden, Dirk Bollwerk und Ulrich Hamacher, konnten zahlreiche Gäste zum sechsten gemeinsamen Landesverbandstag Nordrhein der Dachdecker und Zimmerer Holzbau begrüßen. In einem kurzen Rückblick schilderte Hamacher die Konjunktur des schon fast vergangenen Jahres. Mit dem Programm der anstehenden Veranstaltung sollen die Teilnehmer Erkenntnisse gewinnen, um das anstehende Jahr zu meistern.
Leistungs- und Qualitätssicherung
Die Vorstellung des Leistungsspektrums der Bamaka (Bauen Maschinen Kaufen) übernahm der Vertriebsleiter Oliver Schmitz. Dabei stellte er die Möglichkeiten der Kostenersparnis für den Dachdecker heraus. Die jeweiligen Vergünstigungen zeigte Schmitz anhand von Beispielrechnungen im Fuhrpark auf. Die besonderen Konditionen, die der Dachdecker in Anspruch nehmen kann, gelten für Fuhrpark, Bürobedarf und sogar Dienstleistungen.
Im Beitrag "Neue Ansätze zur Qualitätssicherung" erläuterte Rechtsanwalt Michael Halstenberg die technische und rechtliche Komplexität des Bauens. Dabei beschrieb er die derzeitig allgemein geltenden Rahmenbedingungen am Bau mit ihren Aussichten. "Das Risiko landet immer mehr beim Unternehmer. Ihm werden zunehmend Warn- und Hinweispflichten zugeschoben", so Halstenberg. Auch die Einführung der Eurocodes würden diese Situation nicht unbedingt erleichtern. Die eingeschränkte Handlungsfreiheit des Unternehmers führe so zu einem Qualitätsmanagement. Hierbei wies er auf ein Sicherheitskonzept im Betrieb, Baufertigstellungsversicherung und Baugewährleistungsversicherung hin.
Kündigungen mit Aussicht
Rechtsanwalt Harald Schröer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), schilderte aktuelles aus dem Arbeitsrecht. Darin beschrieb er die Rechtssituation der fristlosen Kündigung, der Kündigung wegen Minderleistung, die Wirksamkeit der Kündigungsfristen und der Möglichkeiten einer Befristung eines Arbeitsvertrages. Vor allem sollen sich die Unternehmer über das Arbeitsrecht im Vorfeld intensiv informieren. Eine rechtzeitige Beratung durch den Verband ist immer ratsam. Dabei sei darauf zu achten, dass dies vor Aussprache einer Kündigung erfolgt.
Zum Abschluss seines regen Vortrages klärte der Rechtsanwalt die fünf hartnäckigsten Rechtsirrtümer auf:
- Ein krankgeschriebener Arbeitnehmer kann nicht gekündigt werden
- Jede Kündigung muss eine Begründung erhalten
- Eine Kündigung kann auch mündlich ausgesprochen werden
- Vor jeder Kündigung muss immer dreimal abgemahnt werden
- Gekündigte Arbeitnehmerhaben grundsätzlich einen Anspruch auf eine Abfindung.
Die Praxisauswirkungen der neuen Holzschutznorm auf Neubau, Umbau und Sanierung schilderte Björn Dinger. Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger präsentierte er den Gelbdruck der DIN 68800 mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis. Die neue Norm definierte er als Bindeglied zwischen dem Dachdecker- und dem Zimmererhandwerk. Sie sei für beide Gewerke ein absolutes Muss. Durch eine Gegenüberstellung der alten zur neuen Norm wies er besonders auf die Unterschiede hin. Dabei betonte er, dass die neue Norm jetzt verständlicher aufgebaut sei. Die Gewichtung der einzelnen Normteile seien auch deutlicher geworden. Die Gefährdungsklassen, Holzschutzmaßnahmen und auch die Anforderungen an den Ausführenden von Maßnahmen sind deutlicher strukturiert. Dirk Mobers von der Energieagentur Nordrhein-Westfalen zeigte eine Übersicht der Klimaveränderungen und Rohstoffentwicklungen. Bei den Energiekonzepten der Bundesregierung präsentierte er die Aussichten für die Gebäudesanierungen. Bis 2020 solle eine Reduzierung des Wärmebedarfes von zwanzig Prozent erfolgen. Auch schilderte er die Veränderungen zu der neuen Energieeinsparverordnung: "Luftdichtigkeit und Wärmebrückenfreiheit gewinnt in Zukunft immer mehr Bedeutung. Die Anforderungen steigen besonders auch im Neubaubereich", so Mobers. Daraufhin veranschaulichte er verschiedene neue Dämmtechnologien, die in Zukunft sich am Markt durchsetzen könnten. Photovoltaik sei dabei ebenfalls ein großer Wachstumsmarkt.
Außergewöhnliche Eindrücke
Die Projektvorstellung "Rüdiger Nehberg in Äthiopien" nahm Martin Weihsweiler vor. Er beschrieb die Intention des Projektes und den bisherigen Ablauf. "Der Hamburger Rüdiger Nehberg will mit dem Bau einer Krankenstation in Äthiopien helfen. Für anstehende Operationen müssen besondere Bedingungen geschaffen werden. Dafür muss ein festes Dach über dem Kopf vorhanden sein", so Weihsweiler. Zudem sei geplant, mit einer Photovoltaikanlage eine direkte Energieversorgung zu gewährleisten. Mit der Schilderung der Durchführung zeigte er die Problematik des Transportes der Materialien nach Äthiopien auf. Alternativ sei angedacht, dass auch Unternehmen vor Ort mit eingebunden werden sollen.
Alexander Karbach
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24/2010.