Während sich die meisten Menschen über die warmen Temperaturen freuen, rührt das bayerische Zimmerer- und Holzbaugewerbe ausgerechnet mit einem Eisblock die Werbetrommel für effektive Wärmedämmung. Und so funktioniert’s: Ein ein Kubikmeter großer Eisblock wird am 13. Juli vor dem EU-Parlament in ein wärmegedämmtes Holzhaus verpackt und bleibt dort für acht Wochen.
EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger sowie Bayerns Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Helmut Brunner werden vor Ort die Aufstellung verfolgen. Eine 40 Zentimeter stark gedämmte Holzrahmenkonstruktion, sowie eine starke Dachdämmung schützen dann den Eisblock vor Sonne, Wind und Wetter. "Diese Verpackung entspricht einem Passivhaus also einem Haus, das keine konventionelle Heizung benötigt", erklärt Bayerns Präsident Peter Aicher vom Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks (LIV). "Mit dieser Präsentation wollen wir erreichen, dass der Holzbau angesichts der gesellschaftspolitischen Herausforderungen Energieeffizienz und Klimaschutz europaweit als zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Bauweise wahrgenommen wird."
Die Zimmerer nehmen für diese Aktion Wetten entgegen: "Jeder darf mitschätzen, wie viel Eis am 7. September noch übrigbleibt", so Aicher. Der Gewinner der Wette wird Stifter eines Spielhauses - natürlich ganz aus Holz für eine soziale Einrichtung in Brüssel.
Mit dieser Aktion demonstriert das Zimmerer- und Holzbaugewerbe, dass sie ökologisch und ökonomisch bauen können und so die Energiewende voranbringen. Das passt auch gut zu den Forderungen nach mehr Energieeffizienz, die Bayerns Ministerpräsident Horst Seeehofer vor wenigen Tagen in seiner Regierungserklärung noch einmal verdeutlicht hat. Peter Aicher ist überzeugt: "Der Klimaschutz ist den Traditionshandwerkern in die Wiege gelegt worden. Wir arbeiten seit Generationen mit einem natürlich nachwachsenden Rohstoff, der in einem Kubikmeter ungefähr eine Tonne Kohlendioxid speichern kann. Und genau diesen Vorteil werden wir in Brüssel eiskalt ausspielen", verspricht der Präsident vom Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks.
Dass die Wette in Brüssel stattfindet, ist kein Zufall: Es werden immer mehr Gesetze von nationaler auf europäischer Ebene verlagert. Somit sind auch die Interessenvertreter des bayerischen Holzbaus gefordert sich den neuen Vorga-ben zu stellen - und zwar dort, wo die Regelungen gemacht werden. Als Verstärkung haben sich die Zimmerer aus dem Freistaat Bayern die Europäische Vereinigung des Holzbaus (EVH) mit ins Boot geholt.