Regen auf frostkalten Straßen hat in weiten Teilen Deutschlands gefährliches Blitzeis verursacht. In Schleswig-Holstein gab es nach Angaben der Polizei vielerorts bis zu zwei Zentimeter Eis auf den Straßen. In der Folge kam es zu zahlreichen Unfällen auf den Autobahnen und Bundesstraßen. Lastwagen stellten sich quer. Meist blieb es bei Blechschäden. Selbst Streifenwagen der Polizei kamen nicht mehr von der Stelle.
In vielen niedersächsischen Landkreisen fällt der Schulunterricht aus. Auch der Öffentliche Nahverkehr ist beeinträchtigt: In den Landkreisen Schaumburg und Celle, in der Stadt Celle und im südlichen Hannover wurde der Busverkehr zeitweise eingestellt. Immer wieder krachte es, zunächst gab es aber nur Blechschäden.
Aus Niedersachsen und Bremen meldete die Polizei neben Glatteis auch Schneeverwehungen. Sie behinderten vor allem in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel in der Nacht den Verkehr. Das Autobahndreieck Bad Harzburg wurde sogar vorübergehend gesperrt. Auch der Öffentliche Nahverkehr war beeinträchtigt: Busse blieben in etlichen Regionen in ihren Depots. In vielen niedersächsischen Landkreisen fällt der Schulunterricht aus. Auf der Autobahn 24 in Mecklenburg-Vorpommern wurden Fahrer von Gefahrguttransporten aufgefordert, die nächste Raststätte aufzusuchen. Auch in Hamburg war es sehr glatt.
"Hier geht nichts"
Spiegelglatte Straßen gab es auch in Bayern. "Die Leute sollen zu Hause bleiben", sagte ein Polizeisprecher für den Bereich Unterfranken. Da die Abschleppwagen nicht fahren könnten, würde nun das Technische Hilfswerk (THW) hinzugezogen, um liegengebliebene Fahrzeuge von den Straßen zu bekommen. Eisregen und spiegelglatte Fahrbahnen wurden auch aus Mittelfranken gemeldet. "Hier geht nichts", sagte ein Polizeisprecher. Die Winterdienste seien zum Teil eingestellt.
Auch aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Hessen wurden extrem glatte Straßen gemeldet. Beim Innenministerium Sachsen-Anhalts in Magdeburg hieß es: "Im ganzen Land ist es spiegelglatt." Das gelte auch für die Fußwege. Wer nicht aus dem Haus müsse, sollte das dringend bleiben lassen. Vor allem auf den Autobahnen 38 und 2 gab es zahlreiche Glättunfälle. Die A38 musste zwischen Allstedt und Lutherstadt Eisleben wegen mehrerer Unfälle gesperrt werden. Viele Linienbusse fuhren nicht, bei der Bahn gab es Ausfälle und Verspätungen.
Fast 60 Unfälle innerhalb einer Stunde
Eisregen führte auch in Berlin und Brandenburg zu spiegelglatten Straßen und Gehwegen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin in Potsdam gab es am Morgen in Westbrandenburg zahlreiche Unfälle. Allein zwischen 8:00 und 9.00 Uhr wurden 57 Verkehrsunfälle registriert. Es gab mehrere Verletzte. Im Berliner Stadtgebiet sind laut Feuerwehr 15 zusätzliche Fahrzeuge im Einsatz, die vor allem damit beschäftigt sind, gestürzte und verletzte Fußgänger ins Krankenhaus zu bringen. Die Gehwege seien spiegelglatt, die Hauptstraßen aber befahrbar.
Dem Wetterdienst zufolge steigen die Temperaturen in der zweiten Tageshälfte wieder über den Gefrierpunkt und Tauwetter setzt ein. Das wird in den nächsten Tagen von gebietsweise starken Regenfällen begleitet. Es drohen Hochwasser, überschwemmte Straßen und Erdrutsche.Quelle: tagesschau.de