Steildach 2009-09-15T00:00:00Z Entlang dem Gefälle

Nageldichtungen können schon während der Verlegearbeiten Feuchtigkeit aus der Konstruktion heraushalten. Lesen Sie, was Dachdeckermeister Arne Witzke seinen Kollegen empfiehlt.

Wenn Wasser an den Sparren abtropft, gerät der Dachdecker gegenüber seinem Bauherrn oder Bauleiter in Erklärungsnotstand. Häufig sind Perforationen der Unterdeck- oder Schalungsbahn, hervorgerufen durch Befestigungsmittel, die Ursache. Unterdeck- und Schalungsbahnen sind wasserdicht. Die Unterdeckung als regensichernde Zusatzmaßnahme besteht jedoch aus einzelnen, lose überlappend verlegten Bahnen, die mechanisch auf den Dachsparren oder der Dachschalung befestigt werden. Neben den Überlappungs- und Anschlussbereichen besteht gerade im Sparrenbereich die Gefahr, dass Niederschlagsfeuchte oder ablaufendes Kondensat über Perforationen durch Tackerklammern oder Nägel in die Dachkonstruktion eindringen kann.

Legt man zugrunde, dass pro Meter Sparren zirka zehn bis 15 Befestigungsmittel die Unterdeckbahn durchlöchern, ist einleuchtend, dass bei stetigem Regen - insbesondere in der Sanierung - Feuchteschäden auftreten können. Dabei trifft der Regen noch nicht einmal direkt auf die Befestigungspunkte. Das ablaufende Niederschlagswasser läuft vielmehr an der Konterlatte entlang dem Gefälle folgend ab. Dabei gelangt es auch kapillar unter die Konterlattung, wo es im Prinzip gar keine andere Möglichkeit hat, als über Verletzungen der Unterdeckbahn in den Schichtenaufbau einzudringen. Im Neubaubereich und bei nicht genutzten Dachgeschossen sind die Auswirkungen solcher Durchfeuchtungen sicherlich begrenzt. Im Gebäudebestand ergeben sich jedoch durch Setzungen oftmals unterschiedliche Sparrenhöhen. Bei tiefer liegenden Sparren entsteht dadurch eine Kehle, so dass Niederschlagsfeuchte zur mittig in dieser Kehle liegenden Konterlatte geleitet wird. Da bei Sanierungen das Gebäude in der Regel weiterhin bewohnt ist, wird das Eindringen von Feuchtigkeit nicht toleriert und hier seitens des Verarbeiters eine besondere Sorgfalt erwartet. Im "Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Merkblatt für Unterdächer, Unterdeckungen und Unterspannungen" findet sich hierzu folgendes: 3.3.1 Abschnitt 3 "Unterdeckung": "Um die Auswirkung der Perforation der Unterdeckungen durch die Nägel zur Befestigung der Konter- und Traglatten zu verhindern, können Dichtungen, Dichtstreifen oder Dichtmassen verwendet werden." Vorkomprimierte Dichtbänder sind für diesen Einsatzzweck besonders empfehlenswert. Sie haben gegenüber Bitumenkautschukbändern und den meisten Dichtmassen den Vorteil, dass sie witterungsunabhängig verarbeitet werden können, da sie nicht mit dem Untergrund verklebt werden müssen. Die Dichtigkeit erreichen die vorkomprimierten Dichtbänder über die Kompression mittels der Konterlatte. Auf diese Weise wird verhindert, dass Niederschlagsfeuchte oder auch Kondensat kapillar unter die Lattung geleitet wird. Ein weiterer Vorteil der Dichtbänder ist, dass die Konterlattung angehoben wird und so - gerade auf geschalten Dachflächen - nicht mehr direkt in der wasserführenden Ebene liegt.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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