
Die Entsorgung der Polystyroldämmstoffe ist auch im Dezember noch nicht geklärt. In manchen Fällen ist die Entsorgung teurer als die eigentliche Sanierung. Für die Dachdecker unerträglich – denn das kostet Aufträge und Arbeitsplätze .
Entsorgung teurer als die Sanierung?
Dämmstoffe in der Garage
Gutes Beispiel Bremen
Ausblick mit ungewissem Ausgang
Die Hängepartie der vergangenen Monate belastet Dachdecker, Händler und natürlich die Bauherren. Denn wenn ein Bauvertrag beschlossen ist, gehört die Entsorgung für Dachdecker nun einmal dazu. Den Notstand nutzen die Betreiber der Abfallverbrennungsanlagen als Druckmittel – sie wollen mehr Geld. Die Dachdecker sind ratlos und sauer. Die Dämmplatten werden auf den Baustellen zwischengelagert und sind dort dem Wetter, vor allem auch Stürmen ausgesetzt. Ganz abgesehen von den geplanten Baustellen, die die Unternehmen nicht abwickeln können, und den Großaufträgen, die Dachdecker ablehnen müssen. Zur angespannten Situation, die bei vielen Unternehmen bis zur Kurzarbeit reicht, kommt noch ein erheblicher Imageschaden. Die hohen Entsorgungskosten verteuern die energetische Sanierung und stellen die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung und der Regierungen der Bundesländer infrage. Bleibt die Frage, ob eine einheitliche Regelung bei den überwiegend privatwirtschaftlich agierenden MVA ebenfalls zu einer Normalisierung der Lage führen wird. Für die Sitzung des Bundesrats am 16. Dezember wollte sich eine Länderinitiative formieren (aktuelle Nachrichten dazu auf ddh.de), um vor Jahresende eine Entscheidung auf den Weg zu bringen. Ändert sich die Situation nicht zügig, werden sich die Umstände direkt auf alle am Bau Beteiligten niederschlagen. Die Bedachungsindustrie verzeichnet bereits seit Inkrafttreten der Erlasse Umsatzrückgänge, Order für kurz- und mittelfristige Projekte sind nach Angaben von Industrievertretern Mangelware. Für Bauherren und Mieter könnte die Situation zu massiven Kostensteigerungen bei Sanierungen und Miete führen. Wie es mit dem Entsorgungsproblem weitergeht, erfahren Sie tagesaktuell auf ddh.de.
Malte von Lüttichau und Johannes Messer