Steildach 2017-03-03T00:00:00Z Erst Wolle, dann Schilf

Dachdeckermeister Michael Asmussen und die Reetdachdeckerei Roth bündelten ihr Know-how und sanierten gemeinsam ein Einfamilienhaus an der Ostseeküste. Das ungewöhnliche Konzept: eine Kombination aus Mineralwolle und Reet auf der 400 m² großen Dachfläche.

Dass man traditionelle Bauweisen mit modernen Dämmstoffen kombinieren kann, zeigt die Sanierung eines Einfamilienhauses in Steinberg an der Ostseeküste. Neben dem klassischen Reetdach sorgt eine zusätzliche Mineralwoll-Aufsparrendämmplatte für einen optimierten Wärme- und Schallschutz. Der diffusionsoffene Aufbau unterstützt dabei die Austrocknung möglicher Feuchte in der gesamten Konstruktion.

Gebündelte Innungskompetenz

Bei der Sanierung setzte der Bauherr auf die gebündelte Kompetenz eines Steildach- und eines Reetdachexperten. Für die gesamten Arbeiten unterhalb der Reetdeckung war die Dachdeckerei Asmussen aus Steinberg verantwortlich, das Reetdach verlegte die Dachdeckerei Roth aus Satrup. Das über 100 Jahre alte Haus der Familie Bischoff verfügt über eine Dachfläche von rund 400 m² – bereits in den 1970er-Jahren wurde die Dacheindeckung schon einmal ausgetauscht. Auch wenn der Dachboden des Hauses derzeit nicht ausgebaut ist, entschied sich der Bauherr für eine energieeffiziente und zugleich langfristig orientierte Maßnahme: Der vorhandene Dachstuhl sollte im ersten Schritt eine Aufsparrendämmung erhalten, um die Konstruktion des Dachstuhls zu schützen und den Aufbau energetische und schalltechnischen zu optimieren. Letzteres spielte aufgrund der Lage des Hauses, an einer Bundesstraße gelegen, ebenfalls eine Rolle.

Erweiterungen im Dachtragwerk

Eine Zwischensparrendämmung kam nicht infrage da diese mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden gewesen wäre: Zum einen hätten die Sparren aufgedoppelt werden müssen. Zum anderen wären zusätzliche, dicke Sparren nötig gewesen, um passende Gefachgrößen zu erzielen, da die traditionelle Dachkonstruktion unterschiedliche Sparrenabstände von 180 bis 220 cm aufweist. Um der Aufsparrendämmung genug Auflagefläche zu bieten, setzten die Dachdecker an einigen Stellen Mittelsparren ein. Anschließend konnte die Verlegung der Dampfsperre auf den Sparren erfolgen, deren Überlappungen und Anschlussbereiche das Asmussen-Team luftdicht verklebte. Insbesondere im Traufbereich musste das Dachdeckerteam auf eine 100-prozentige Luftdichheit hinarbeiten.

Mareike Wand-Quassowski

Den kompetten Beitrag lesen Sie in DDH 05.2017.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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