Steildach 2012-05-15T00:00:00Z Es geht weiter aufwärts

Auch im Geschäftsjahr 2011 hat sich der Aufwärtstrend bei den deutschen Ziegelherstellern fortgesetzt. Die Produktionswerte in der Ziegelindustrie sind im vergangenen Jahr um ca. 15% gestiegen. Die Situation ist sogar noch besser als es die Zahlen ausdrücken: Da wegen der starken Nachfrage die Lagerbestände reduziert wurden, dürfte der tatsächlich erzielte Umsatz geringfügig höher liegen.

Dazu Martin Roth, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie e.V., Bonn: "Nach 15 Jahren des stetigen Niedergangs des Wohnungsbaus in Deutschland hat sich das Blatt gewendet und auch im Jahre 2012 wird es nochmals kräftige Zuwächse bei den Baufertigstellungen geben. Alle Anzeichen sprechen derzeit dafür, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren ungebrochen und mindestens auf dem Niveau des Jahres 2012 bleibt."

Vor allem bei den Dachziegelherstellern sieht die Bilanz für das Jahr 2011 gut aus. Hier liegt der Umsatz schon wieder in die Nähe der Rekordmarken zu Ende der 90er und Beginn der 2000er Jahre. Wesentlich zu dieser guten Entwicklung beigetragen hat zum einen die Tatsache, dass die Dachziegelhersteller von der starken Renovierungstätigkeit, auch ausgelöst durch die von der Politik gewünschte und unterstützte Dämmung der Gebäudeaußenhülle, profitiert hatten. Zum anderen ist es gelungen, den Wettbewerbs-produkten, insbesondere dem Betondachstein, kontinuierlich Marktanteile abzunehmen.

Laut Berechnung des Statistischen Bundesamtes belief sich die Produktionsmenge von Dachziegeln 2011 auf 755,6 Mio. Stück (2010: 719, 8 Mio. Stück), was einem Plus von 5 Prozent entspricht. Auch beim Produktionswert der Dachziegel konnte ein klarer Zuwachs verzeichnet werden: Im letzten Jahr wurden Produkte im Wert von 747,7 Mio. Euro hergestellt (2010: 664,2 Mio. Euro), also ein Plus von 12,6 Prozent.

Bei den Mauerziegelherstellern gibt es ebenfalls Pluszahlen zu vermelden. Allerdings muss hier berücksichtigt werden, dass die Absatzzahlen in den letzten Jahren fast auf ein Viertel dessen eingebrochen sind, was Mitte der 90er Jahre erzielt werden konnte. Nun gehen die Produktions- und auch Verkaufszahlen zwar wieder deutlich nach oben, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau. Dazu Geschäftsführer Martin Roth: "Wegen der fast hundertpro-zentigen Kopplung an den Neubau hatte der Einbruch der Wohnungsfertigstellungszahlen von knapp 700.000 Einheiten auf etwa 150.000 Einheiten auch unmittelbare Auswirkungen auf den Verkauf von Mauerziegeln."

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lag die Produktion von Mauerziegeln im Jahr 2011 gegenüber 2010 um 11,1 Prozent höher. Im letzten Jahr wurden insgesamt 7,2 Mio. Kubikmeter Mauerziegel produziert (2010: 6,4 Mio. Kubikmeter). Der Produktionswert stieg von 442 Mio. Euro in 2010 auf 518 Mio. Euro in 2011 (Plus 17,1 %)

Doch auch wenn die Marktlage für die deutsche Ziegelindustrie tendenziell gut ist, so betrachtet der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie zahlreiche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit Sorge. So klagt die Ziegelindustrie, die zu den energieintensiven Branchen in Deutschland gehört, über weiter steigende Gas- und Strom-kosten, vor allem durch die extrem angewachsene Umlage für alternative Energien (z.B. Photovoltaik). Als einer von 27 Branchenverbänden, die sich zur Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" zusammengeschlossen haben, appelliert der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie zudem an die Politik den Wohnungsbau stärker zu unterstützen. Dazu Verbandspräsident Helmuth Jacobi: "Die neue Wohnungsnot ist schon längst Realität, vor allem in den Ballungszentren und Großstädten. Wir wünschen uns deshalb von der Politik ein komplexes Maßnahmenpaket zur Förderung des Wohnungsbaus. Dessen Schwerpunkt sollte auf steuerlichen Anreizen liegen, wie z.B. einer Erhöhung der AfA und Förderungsmaßnahmen für das altersgerechte Bauen und das energetische Sanieren."

Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie repräsentiert insgesamt 90 Unternehmen mit ca. 115 Produktionsstätten und knapp 8.600 Mitarbeitern.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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