Krefeld und Umgebung waren in diesem Jahr die Teststrecke für den Gewinner unserer Leser-Aktion. Dachdeckermeister Frank A. Demuth prüfte vier Wochen lang den neuen VW Transporter.
Losglück am Niederrhein bei der Ziehung für den DDH Leser-Nutzfahrzeugtest gewann Dachdeckermeister Frank A. Demuth aus Krefeld-Fischeln. Vier Herbstwochen von Ende Oktober bis Ende November testete Demuth den erst im September auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellten neuen Transporter von VW. Entsprechend knapp war die Verfügbarkeit der begehrten Testfahrzeuge.
Der Aktualität fielen dann auch einige handwerkstypische Ausstattungsmerkmale zum Opfer, die "schlanke" Version bot jedoch eine gute Gelegenheit, wertvolle Eindrücke vom Gesamtauftritt des Transporters zu gewinnen und die Frage zu beantworten: Welche Sonderausstattungen braucht der Dachdecker wirklich?
Verbrauch und Spritzigkeit sind wichtig
Für den Test stand ein T5 Kastenwagen mit einem 75 kW Common-Rail Turbodiesel-Motor zur Verfügung. Demuth kann die Fortschritte der neuen Modelllinie besonders gut einschätzen der Vorgänger T4 ist Teil seines Fuhrparks. Der Acht-Mann Betrieb, spezialisiert auf Sanierungsarbeiten an Flach- und Steildach, operiert hauptsächlich in Krefeld, aber auch in der näheren Umgebung. Dennoch kommen viele Kilometer zusammen: "Ich alleine fahre 20.000 Kilometer im Jahr, viele davon im Stadtverkehr", sagt Demuth. Verbrauch und Agilität im Fahrverhalten sind daher wichtig. Für beides hat VW mit den komplett neuen Turbodiesel-Motoren Fortschritte angekündigt.
Der erste Eindruck vom Motor mit 2,0 Liter Hubraum bestätigt den Hersteller: Auch in der relativ kleinen Motorvariante angeboten werden im Selbstzünder-Bereich Aggregate mit 62, 75, 103 und 132 kW wirkt der Wagen spritziger als sein Vorgänger, stellt Demuth fest. Der Verbrauch wird vom Hersteller in der getesteten Variante innerorts mit 9,4, außerorts mit 6,0 und kombiniert mit 7,2 Liter angegeben. Unser Tester lag nach eigenen Einschätzungen leicht über dem Kombi-Schnitt, was er auf einen etwas höheren Anteil von Stadtfahrten zurückführte. Positiv wurde die direkte Verbrauchsanzeige registriert: "Ob sich meine Mitarbeiter immer daran halten weiß ich nicht, aber die Anzeige erhöht schon die Aufmerksamkeit für den Verbrauch."
Fortschritt im Fahrgefühl
Einen Fortschritt stellte Demuth im Fahrverhalten des Fahrzeugs fest. "Der Wagen ist härter und straffer abgestimmt. Die Steuerung wirkt aktiver, das Fahren macht insgesamt mehr Spaß." Was die Anforderungen an eine Nutzfahrzeug-Ausstattung anbelangt, sieht sich Demuth als "Pragmatiker". So fällt positiv das (optional) integrierte Navigationssystem im Cockpit auf, im Innenraum wird die umklappbare Mittellehne positiv registriert. "Die ist praktisch, man kann zum Beispiel eine Kladde festklemmen."
Lob verdienen sich auch die überarbeiteten Armaturen: "Insgesamt wirkt die Innenausstattung wertiger und präziser. Die Temperatur etwa ist mit den Drehrädern genauer einzustellen." Vermisst wird im Innenraum hingegen eine Vorrichtung für Thermoskannen. "Fast jeder Handwerker hat eine dabei, aber niemand bietet dafür Halterungen an." Auch wünscht sich der DDM "insgesamt mehr Stauraum" in Transportern. Positiv fällt hier der Raum hinter dem umgeklappten Beifahrersitz ins Gewicht.
Das Sicherheitszubehör wird in der Regel im Kofferraum verstaut für Demuth nicht der beste Platz: "Unter dem Vordersitz wäre das Zubehör besser aufgehoben wenn der Wagen voll beladen ist, komme ich nicht unbedingt an die Utensilien heran."
Starke Beanspruchung im Handwerk
Die im Testfahrzeug verbauten Stoffbezüge hält Demuth in Sachen Schmutz- und Reibungsanfälligkeit für zu empfindlich für den Handwerkeralltag. Im Test legte er einen Schutzbezug auf den Fahrersitz, beim Kauf würde er sich für die Sonderausstattung Kunstleder entscheiden. Die im Testfahrzeug integrierte Zentralverriegelung fiel positiv auf, anstelle der im Testfahrzeug verbauten Heckklappe würde Demuth die optional erhältlichen Flügeltüren vorziehen.
Die Seitentür macht auf den Tester einen stabileren Eindruck als beim Vorgänger. "Es gibt in Fahrzeugen von Handwerkern bestimmte Belastungspunkte zum Beispiel der Griff der Seitentür die sehr stark beansprucht werden. Ein Nutzfahrzeug muss das aushalten können. Die Griffe wirken jetzt robuster als beim Vorgänger dort hatte ich nach zwei Jahren einen Defekt." Robusten Halt bieten auch die sechs Verzurrösen auf dem Boden des Laderaums, sie sind allerdings nicht verschiebbar. Hier würde Demuth auf die Verzurrschienen (Sonderausstattung) zurückgreifen: "Mit einer Sortimo-Innenausstattung sind feste Ösen möglicherweise abgedeckt."
Fazit: Besser als der Vorgänger
Das Fazit des Nutzfahrzeugstests zieht Frank A. Demuth im Vergleich zum Vorgänger: "Der Transporter hat sich verbessert, gegenüber der getesteten Version wären für meinen Betrieb aber noch einige Sonderausstattungen nötig." An die Hersteller appelliert Demuth, bei der Konstruktion der Fahrzeuge vor allem praktisch zu denken: "Man sollte nie die Bequemlichkeit der Mitarbeiter unterschätzen, wenn sie ein Fahrzeug benutzen." Für den nächsten Nutzfahrzeugkauf konnte Demuth durch den Test wertvolle Erkenntnisse gewinnen. 2010 wird ein neues Fahrzeug angeschafft, "wahrscheinlich wieder ein Transporter."
Malte von Lüttichau
Den kompletten Beitrag mit einer Übersicht zu Serien- und Sonderausstattungen lesen Sie in DDH 24.2009.