Unter diesem Motto lud die FDF-Kooperation mittelstän discher Dachbaustoffhändler zum Branchen event am 22. April nach Königswinter bei Bonn ein. Neben einem hochkarätigen Vortragsprogramm zu den Themen Technik, Markt und Mittelstand, stand für die 300 Teilnehmer aus Industrie und Handel das "Come together" in lockerer Atmosphäre im Vordergrund der Veranstaltung.
"Von der Gründung der FDF an, als Zusammenschluss von unabhängigen Bedachungsgroßhändlern, war unser Slogan der Außendarstellung immer schon ‘gemeinsam mit der Indus trie für das Handwerk’. Dies wollten wir, mit der neuen und erstmalig durchgeführten Veranstaltung ‘FDF im Dialog’, erneut unter Beweis stellen", erklärt der FDF-Beiratsvorsitzende Rainer Geschwandtner die Hintergrundidee.
"In der, den FDF´lern eigenen lockeren Atmosphäre, ohne Anzug und Krawatte, wollten wir bei Essen und Trinken neue Beziehungen anstoßen und bestehende intensivieren", ergänzt FDF-Geschäftsführer Heinz Slink das Konzept des Branchentreffs in Königswinter. Vorab stand jedoch ein interessantes Vortragsprogramm.
Vor allem der Olympiamedaillengewinner und Führungskräfte-Coach Edgar Itt heizte den Bedachungsprofis kräftig ein. Der ehemalige Leichtathletikprofi hatte 1988 in Seoul mit der Staffel über 4 x 400 Meter die Bronzemedaille gewonnen. Heute, ein BWL-Studium und einige Berufsstationen im Marketing und Eventbereich später, ist er selbstständiger Inspirations-Coach. Als solcher unterstützt er Führungskräfte und Mitarbeiter, ihre eigenen Potentiale besser zu nutzen und wieder zu entdecken. ‘Olympia steckt in Jedem’, hieß deshalb auch sein Vortragsthema. Darüber hinaus sprach Josef Rühle vom ZVDH über neue Verarbeitungsregeln im Bereich der Unterspann-/Unter deckbahnen. Eine Neuordnung der Zusatzmaßnahmen am Steildach war dabei laut Rühle notwendig geworden, da viele Eindeckungen - wie z. B. Ziegel - eine Nutzungsdauer von über 30 Jahren haben. Allerdings gab es, so Rühle, seit der Neuordnung der Europaregelung im Jahr 2002, vor allem im Bereich der Zusatzmaßnahmen unterhalb von Deckungen am Markt Produkte, die eine wesentlich kürzere Nutzungsdauer gezeigt hatten.
Dem Thema Erfolg im Mittelstand in der Bedachungsbranche widmeten sich die Ausführungen von Bauder-Chef Paul-Hermann Bauder und dem ehemaligen Rathscheck-Geschäftsführer Edwald A. Hoppen. Paul-Hermann Bauder legte dar, wie Unternehmen trotz rückläufiger Märkte zuversichtlich agieren können. Ein Thema, bei dem er auf eigene Erfahrungswerte zugreifen konnte. Denn der Flachdachmarkt, als wichtigster Teilmarkt seines Unternehmens, ist seit Ende der neunziger Jahre von einem Volumen von über 100 Millionen Quadratmetern jährlich, auf 74 Millionen Quadratmeter in 2009 geschrumpft. Trotzdem hat Bauder im gleichen Zeitraum den eigenen Gesamtumsatz von rund 150 Millionen Euro auf 340 Millionen mehr als verdoppelt.
Anschließend referierte Ewald A. Hoppen zu der Frage "Hat der Mittelstand noch Zukunft?". Hoppen war von 1984 bis 2005 Geschäftsführer des Schieferlieferanten Rathscheck und ist seither als Berater in verschiedenen Familienunternehmen aktiv. Er ging dabei zunächst auf die Stärken des Mittelstands gegenüber der konkurrierenden Unternehmensform des Konzerns ein. Diese ergäben sich, so Hoppen, vor allem aus der Firma als "Lebenswerk des Unternehmers" und der so entstehenden Identifikation und Verantwortung. Hinzu käme die Nachhaltigkeit der strategischen Entscheidung, die sich am langfristigen Erfolg und nicht an der kurzfristigen Optimierung von Kennzahlen und Börsenkursen messen muss. Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten: "Das Nachfolgeproblem gilt mit Abstand als die größte Herausforderung der Mittelständler."Verwandtschaftszwist und familiäre Machtkämpfe stehen für Hoppen auf Platz 1 der Gefahren. Der Mittelstand, so Hoppen optimistisch, habe aber insgesamt auch in unserer Branche eine sehr gute Zukunft. Nicht zuletzt die Kooperation mehrerer ähnlich aufgestellter Unternehmen, wie z. B. innerhalb der FDF, könnte die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands noch weiter ausbauen.