2011-08-09T00:00:00Z Fertig in zehn Tagen

Was der Bauherr sich wünscht, das bekommt er auch, war die Devise der ausführenden Handwerker bei einer Flachdachsanierung. So wurde aus einem alten Wellasbestplatten-Dach eine moderne Fläche, die zur Stromerzeugung beiträgt. Und das auch noch in Rekordzeit.

Die Raiffeisenbank Rhein-Berg eG betreibt aufgrund ihrer ländlichen Lage in Monheim am Rhein zusätzlich einen Raiffeisenmarkt. Er dient zur Annahme und Ausgabe von landwirtschaftlichen Produkten wie Mais, Weizen und Kunstdünger. Zusätzlich wird in einem Verkaufsmarkt Pferde- und Gartenzubehör verkauft.

Die auf der Lagerfläche von Getreide und Dünger liegenden Wellasbestplatten waren durch Witterungseinflüsse, Alterserscheinungen und häufige Begehungen zu Wartungsarbeiten an der vorhandenen Kornmühle sehr stark beansprucht und reparaturbedürftig. Bei der regelmäßigen Dachwartung im Frühling 2011 stellten Mitarbeiter des Bedachungsunternehmens fest, dass aufgrund des letzten schneereichen Winters eine sehr hohe Bruchrate an den vorhandenen Wellplatten entstanden war. Erneute Reparaturmaßnahmen machten aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr. Mit dem Bauherrn, einem Statikerunternehmen und dem Dachdeckerunternehmen wurde ein Sanierungskonzept für die Hallenkonstruktion erstellt. Das 30 Meter lange und 16 Meter breite Gebäude besteht aus Betonbindern mit einer Spannweite von 7,50 Metern und hat eine Dachneigung von 5 Grad. Die vorhandenen Wellplatten waren mit Spezial-L-Haken an den T-förmigen Betonträgern der jeweils äußeren Schenkel befestigt. Nach Kontrolle der Tragkonstruktion durch den Statiker stand fest, dass die Betonbinder mit der vorhandenen Last der Wellplatten (circa 12 kg/m²), inklusive der eingerechneten Schneelasten, vollständig ausgereizt waren.

Klemmen statt Bohren

Um dem Wunsch des Bauherrn nach größtmöglichen Nutzungsvarianten und der Installation einer Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung (Jahresverbrauch des Marktes, Lagerhalle und Bankgebäude circa 220.000 Kilowattstunden) gerecht zu werden, entschied man sich zur Sanierung der Dachfläche mit einem auf Stahltrapezblechen gelagerten, Warmdachaufbau mit einer Kunststoffbahn inklusive integrierten Photovoltaikmodulen.

Vor Beginn der Arbeiten mussten die Verantwortlichen noch das Problem der Befestigungsvariante des neuen Dachaufbaues lösen. Um den mit Bewehrungseisen gespickten Betonbinder nicht durch Bohrungen zu schwächen und zu beschädigen, entschied man sich für eine Klemmkonstruktion. Eine 50 Millimeter starke, imprägnierte Fichte-/Tanne-Holzbohle in S10-Qualität wurde nach Vorgaben mit circa 1.000 Stück Winkelverbindern an die Schenkel der Träger geklemmt und mit zugelassenen Flachkopfschrauben befestigt. Im Bereich der äußeren Mauern des Gebäudes wurden die Bohlen auf die gegossenen Betonüberzüge mit Rahmendübeln befestigt.

Nach Abhängen der Hallendecke mit Schutznetzen und Einrüstung des gesamten Gebäudes, wurde die Asbestsanierung durch ein Fachunternehmen nach den Vorschriften der TRGS 519 vorgenommen. Um den Tagesbetrieb nicht durch häufiges Umsetzen eines Autokranes zu stören, entschied man sich zum Aufbau eines Spierings-Hydraulischen Faltkranes des Typs SK 377 AT3. Trotz des etwas höheren Stundenpreises im Vergleich zu einem Teleskopkran, lagen die Vorteile dieses Gerätes klar auf der Hand: einmaliger Aufbau bei einer Auslegerlänge von 33 Meter mit einer, noch in dieser Weite zur Verfügung stehenden Hakenlast von circa 1,3 Tonnen. Aufgrund dieser Eigenschaften konnten in nur neun Stunden der Wellasbestplattenabriss, die Verlegung der Stahltrapezbleche und eine Noteindichtung für den nächsten Arbeitstag ausgeführt werden.

Andreas Petruschke

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 16|2011.

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
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