News 2011-06-01T00:00:00Z Festakt zum 90. Geburtstag von Rudolf Hummel

Die Gästeliste las sich wie das "Who is who" des Dachdeckerhandwerks. Zum 90. Geburtstag von Ehrenlandesinnungsmeister Rudolf Hummel wurde im Rathaus gefeiert.

Am Freitag, den 27. Mai 2011, war alles anders in Augsburg. Im Rathaus stand nicht die Politik an erster Stelle, sondern ab 16 Uhr ein großer Festakt zum runden Geburtstag des "Flachdach-Papstes" Rudolf Hummel. Anders war auch, dass nicht die sechs Kardinaltugenden im Fürstenzimmer, sondern Weggefährten des Ehrenlandesinnungsmeisters das Sagen hatten an diesem Tag. Die Begrüßung übernahm Michael Voigt, Obermeister von Hummels "Heimat"-Innung Schwaben ("Rudolf Hummel ist noch immer gerne gesehener und kritischer Gast bei unseren Innungsversammlungen und mit ganzem Herzen dabei").

Der Augsburger Bürgermeister und Kulturreferent der Stadt, Peter Grab, war sich sicher: "Wir sehen uns zum 100. Geburtstag hier wieder". Seine Grüße der Stadt Augsburg an Rudolf Hummel verband er mit Anerkennung für das gesamte Handwerk: Immer hätten gerade die Handwerker die Stadt wieder aufgerichtet. Als Vorbild für nachfolgende Generationen bezeichnete der Vizepräsident der Handwerkskammer Schwaben, Hans-Peter Rauch, den Jubilar. Es müsse öffentlich werden, wieviel hinter Rudolf Hummels Karriere stecke und was er für die Region, das Land und die Gesellschaft vollbracht habe.

Wichtiger als alle Termine des Zentralverbandes war für ZVDH-Präsident Karl- Heinz Schneider dieser Festakt. Sein Dank galt Rudolf Hummels Engagement für das nationale und internationale Dachdeckerhandwerk. In einem Rückblick betonte er, dass Hummel bis heute als der "Flachdach-Papst" gilt. Allein in acht Ausschüssen des ZVDH und in 16 Normenausschüssen war der rüstige Ehrenlandesinnungsmeister im Laufe seines Dachdeckerlebens vertreten. "Du hast uns nach der Wende in den Arm genommen", waren die anerkennenden Worte des ZVDH-Präsidenten aus Thüringen.

Einer, der als Landesinnungsmeister in die Fußstapfen von Rudolf Hummel getreten ist, war der letzte Redner dieses großen Tages: A. Ewald Kreuzer. Wieviel der Jubilar für Familie und Dachdeckerhandwerk geleistet hat, umriss er in seiner Laudatio. Von 1962-1976 war Rudolf Hummel Mitglied der Meisterprüfungskommission. Von 1972-1985 der Obermeister der Innung Schwaben. Ab 1963 war er im Vorstand des bayerischen Landesinnungsverbandes und gilt als "Vater" des Firstl. Im gleichen Jahr wurde er mit der Goldenen Ehrennadel des Bayerischen Dachdeckerhandwerks ausgezeichnet, um nur einige Stationen des Lebens zu nennen. Noch genau erinnerte sich LIM Kreuzer an 1984, als anlässlich der Delegiertenversammlung in Lindau Rudolf Hummel zum Landesinnungsmeister gewählt wurde. Die Versammlung fand auf dem Passagierschiff MS Konstanz statt, und die Ehefrauen der Delegierten mussten drei Stunden am Anleger warten, weil sich die Versammlung immer wieder verzögerte. Zwei Jahre später wurde Hummel mit der Sonderstufe der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Dachdeckerhandwerks ausgezeichnet. 1993 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Band. Im gleichen Jahr wurde Rudolf Hummel zum Ehrenlandesinnungsmeister ernannt. Nach Kreuzers Worten hat Rudolf Hummel Meilensteine gesetzt.

Ehefrau Thea Hummel erinnerte sich noch an den 80. Geburtstag im Fürstenzimmer des Augsburger Rathauses. Ihr Mann hatte sich damals gewünscht, auch seinen 90. in diesem Ambiente feiern zu können. Und schöner als Thea Hummel es zum Schluss getan hat, kann wohl niemand in nur einem einzigen Satz zusammenfassen, was Rudolf Hummel geleistet hat: "Danke für ein langes Leben".

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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