Dicke Dämmpakete, integrierte Photovoltaik und neue Fenstertechnik an Dach und Fassade – das waren die Bestandteile der Sanierung eines Einfamilienhauses im Rahmen des InnovationCity-Projekts Bottrop. Dachdeckermeister Herz ließ einen Blower-Door-Test durchführen, mit dem die notwendige Luftdichtheit des Schrägdachs auch an den Anschlussbereichen erfolgreich nachgewiesen werden konnte.
Welchen Beitrag können Bestandsgebäude zur viel beschworenen Energiewende leisten? Einen gewaltigen sind die Projektpartner der Stadt Bottrop überzeugt, die 2011 zur InnovationCity Ruhr gewählt wurde. Unter Federführung der RWE Effizienz GmbH traten verschiedene Unternehmen der Baustoffbranche an, um den Beweis zu führen, dass aus jedem Haus ein Energiesparhaus werden kann. In Bottrop werden im Rahmen des InnovationCity-Projektes unterschiedliche Wohn- und Gewerbeimmobilien beispielhaft saniert. So wurde zum Beispiel ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1962 zu einem Plus-Energiehaus umgewandelt. Den Zuschlag im Rahmen des „Zukunftshäuser“-Wettbewerbs erhielt das Haus einer vierköpfigen Familie mit 250 m2 Wohnfläche, das maximal energieeffizient modernisiert werden sollte. Für sämtliche Projektpartner war klar: Hier können wir zeigen, was man braucht, um Bestandsgebäude in ganz Deutschland fit für die Zukunft zu machen.
InnovationCity als Motor und Ideenschmiede
Ziel der InnovationCity Bottrop ist es, die Emissionen in einem Pilotgebiet, das unter anderem die komplette Bottroper Innenstadt umfasst, von 410.000 auf 200.000 t CO2-Emissionen pro Jahr zu reduzieren. Knapp 2 Mrd. Euro werden nach Schätzungen der Planer investiert, um dieses Ziel zu erreichen. Als Modell für das ganze Ruhrgebiet taugt das Bottroper Pilotgebiet nach Einschätzung der Experten deshalb besonders gut, weil es als Mischgebiet mit Wohn- und Gewerbeimmobilien für die Region typisch ist. Gemeinsam mit den Anwohnern werden nun der effiziente Umgang mit Energie gefördert und Projekte entwickelt, die den Menschen eine möglichst hohe Lebensqualität in ihrem Zuhause, am Arbeitsplatz und in der Stadt bescheren. Vollständig umgesetzt werden sollen alle Maßnahmen bis 2020.
Mit den Dacharbeiten am Einfamilienhaus nahe der Bottroper Innenstadt wurde Dachdeckermeister Olaf Herz aus Gelsenkirchen betraut. Mit seinem Team kümmert er sich um die Modernisierung des rund 220 m2 großen Schrägdaches am Bottroper Musterhaus. Herz: „Vom alten Dachstuhl blieben eigentlich nur einige Sparren stehen. Die meisten haben wir erneuert. Die alte Dacheindeckung und die minimale Dämmung darunter wurden vollständig entfernt. Auf der Süd/Südwest-Seite des Daches entfernten wir alle bestehenden Gauben. Hier haben wir eine in die Dachfläche integrierte Photovoltaikanlage mit eingebundenen Dachfenstern montiert. Mit einer zeitgemäßen Dämmung machen wir das Haus fit für die Zukunft“, so der Dachdeckermeister.
Zwischen und auf den Sparren
Als Dämmung kommt ein spezielles Schrägdach-Dämmsystem von Rockwool zum Einsatz.
Im Detail besteht das System aus 3 Hauptkomponenten: Zunächst wird zwischen den Sparren 140 mm starke Mineralfaser-Dämmung aus nichtbrennbarer Steinwolle eingebaut. Über Sparren und Dämmung wird dann eine Luftdichtungsbahn verlegt, die mit einem sd-Wert von 0,5 m genau die bauphysikalischen Eigenschaften aufweist, die ihren Einsatz über den Sparren und der Zwischensparrendämmung gestattet.
Gleichzeitig funktioniert die Folie als Witterungsschutz in der Bauphase. Dämmkomponente Nummer drei ist eine großformatige, hoch verdichtete, wärme- und schalldämmende Aufsparrendämmplatte.
Herwig Fischer
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 16/2013.