2009-09-15T00:00:00Z Flexible Logistik

Beim Rheinau Art Office in Köln gab es Probleme mit der Zwischenlagerung der voluminösen Wärmedämmung. Lesen Sie, wie der Dachdecker diese besondere logistische Anforderung löste.

Der Neubau des Verwaltungsgebäudes an der Kölner Rheinuferstraße beherbergt das neue Regionalbüro von Microsoft. Der Baukörper verbindet in einer gestalterisch anspruchsvollen Umsetzung die vier Mehrwerte: Standort, Architektur, Nutzungskonzept und Wirtschaftlichkeit. Prägendstes Merkmal sind zwei Fassadenbänder. Sie ziehen sich gegenseitig versetzt durch beide Gebäudeflügel und verbinden skulptural zwei rautenförmige Grundstücke miteinander. Die Dächer des in die drei Abschnitte: Nordturm, Südturm und Brückengebäude unterteilten Neubaus wurden als Umkehrdach ausgeführt. Darüber hinaus sind Teilbereiche der Dachfläche als Dachterrasse vorgesehen.

Abgestimmte Arbeitsplanung

Aus fachtechnischer Sicht ist die Ausführung eines Umkehrdaches keine besondere Herausforderung für den Dachdecker. Auf den Dachflächen ergaben sich jedoch einige Details, die planungs- und ausführungstechnisch gelöst werden mussten. Denn neben der Koordination der Arbeiten parallel zu weiteren Gewerken, den Anschlüssen an die Attika sowie die Fassade der beiden Türme stellte die Baustelle auch einige logistische Herausforderungen. Eine einhundertprozentige Bebauung, geringe bis keine Lagermöglichkeiten auf dem Grundstück und exakt geplante und getaktete Kranzeiten erforderten zusätzliches Planungsgeschick.

In einzelnen Abschnitten mussten die Dachhandwerker zunächst die Betondecke reinigen, um danach einen bituminösen Voranstrich als Haftvermittler aufbringen zu können. Die anschließend aufgebrachte zweilagige bituminöse Abdichtung dient zugleich als Dampfsperre. Entsprechende Anbindungen an der umlaufenden Attika sowie den aufgehenden Wänden der beiden Turmbauwerke wurden im Zuge des Baufortschrittes erstellt. Zudem wurde der begehbare Bereich des Daches von der restlichen Dachfläche abgetrennt, da ein Geländer als Abgrenzung montiert werden sollte.

Ausführung als Umkehrdach

Nach Fertigstellung der Dachabdichtungsarbeiten auf den insgesamt 1.500 Quadratmeter großen Dach begannen die Arbeiten mit der Dämmung des Nordturmes. Auf den Dachflächen sowie in Anschlussbereichen und an der Attika kamen extrudierte Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS) mit Stufenfalz zum Einsatz. Der Dämmstoff von Ursa ist dank seiner produktspezifischen Eigenschaften im Außenbereich als Perimeterdämmung (Anwendungsgebiet: PW/PB-dh) und im bekiesten Umkehrdach (Anwendungsgebiet: DUK-dh nach DIN V 4108-10) einsetzbar. Mit einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit (?) bei 0,040 W/(m·K) bietet er hohen Wärmeschutz und zeigt praktisch keine Wasseraufnahme bei gleichzeitig hoher Dauerdruckfestigkeit und guter Verrottungsbeständigkeit. Darüber hinaus sind die Extruderplatten frei von FCKW, HFCKW und HFKW-haltigen Gasen. Sie werden umweltfreundlich mit CO2 geschäumt und enthalten als Zellgas Luft.

Sven-Erik Tornow

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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