Bei der Dachsanierung eines Einfamilienhauses verarbeitete Dachdecker Zich erstmalig eine neue pastöse Funktionsbeschichtung, um die Luftdichtheitsschicht an aufgehende und durchdringende Bauteile anzuschließen. Ist das "streichfähige" Material eine zeitsparende Alternative zum Klebeband?
Bei der Dachsanierung eines Einfamilienhauses aus den 50er-Jahren wollten die Eigentümer die Konstruktion zugleich auch energetisch optimieren lassen. Da der vorhandene Innenausbau erhalten bleiben sollte, kam nur eine Sanierung von außen infrage. Nachdem die harte Bedachung abgetragen war, kamen Holzwolle-Leichtbauplatten zum Vorschein, die zum einen die Wärmedämmung darstellten und zum anderen als Putzträger für den Innenausbau dienen. Um eine Beschädigung der zu verlegenden Luftdichtheitsschicht auf dem rauen Untergrund zu vermeiden, wurden die Sparrenzwischenräume zunächst mit circa 15 Millimeter starken Estrichdämmplatten ausgelegt. Im Bereich des nicht ausgebauten Spitzbodens wurden Dachlatten unter die Sparren geschraubt, die später als Auflager für diese Dämmplatten dienen sollten.
Im Anschluss wurde eine Sanierungsdampfbremse vollflächig geschlauft über die Sparren hinweg ausgerollt. Der variable sd-Wert des Materials erlaubt es, alle verlegetechnischen und bauphysikalischen Vorteile der durchgängigen Luftdichtheitsschicht zu realisieren, ohne dass mit einem schadensträchtigen Feuchtestau zu rechnen ist. Durch den eingebauten "Feuchte-Sensor" reagiert die Funktionsschicht aus Polyamid auf den Feuchtegehalt der Luft und verändert ihre Materialdichte. Kommt es im Bereich der Sparren zu Kondenswasserbildung, reduziert sich der sd-Wert des Materials im Extremfall von 5 Metern auf ganzflächig oder punktuell 0,2 Meter, so dass der Wasserdampf ungehindert und schadensfrei abziehen kann.
Anschluss aus dem Eimer
In den Überlappungsbereichen wurde die Sanierungsdampfbremse mit einem auf das Material abgestimmten Klebeband verklebt. Für die Detailanschlüsse an Traufe und Giebel wollte der ausführende Dachdeckerbetrieb, die Herbert Zich GmbH aus Königswinter, die neue strukturviskose Funktionsbeschichtung Delta-Liquixx einsetzen, die ihm zum Praxistest angeboten worden war. Die auf den verschiedensten Untergründen universell einsetzbare Reinacrylat-Dispersion lässt sich mit dem Pinsel verarbeiten und dichtet in Kombination mit einem abgestimmten Strukturvlies Details ab.
Besonders knifflige Details waren auch in diesem Fall der Anschluss der Sanierungsdampfbremse an die Zangenköpfe und an durchdringende Bauteile. Die Bahn war beim Verlegen an diesen Stellen eingeschnitten worden und musste jetzt luftdicht angeschlossen werden. Auch hier wurde das Vlies zunächst passend zugeschnitten, dann in eine Schicht der Funktionsbeschichtung eingelegt und an das Bauteil angeformt. Zum Abschluss wurde alles noch einmal satt mit der Beschichtung überstrichen. Im ausgehärteten Zustand ist die Verbindung luftdicht, aber diffusionsfähig mit einem sd-Wert von circa 1,5 Metern. Sie bleibt gummiartig flexibel und macht Bewegungen des Bauteils zum Beispiel durch Temperaturschwankungen problemlos mit.
Den auführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 15/2011.