Das Dach der Tiefgarage zwischen den Häusern wurde intensiv begrünt. In Heißbitumen eingeschwemmte erste Abdichtunglagen, gefolgt von einer wurzelfesten Bahn, bilden die Grundlage für den gesamten Gründachaufbau.
Das Dach der Tiefgarage zwischen den Häusern wurde intensiv begrünt. In Heißbitumen eingeschwemmte erste Abdichtunglagen, gefolgt von einer wurzelfesten Bahn, bilden die Grundlage für den gesamten Gründachaufbau.

Flachdach

01. February 2021 | Teilen auf:

Flugfeld weicht Flachdach

Auf einem ehemaligen Kasernengelände der US-Streitkräfte in Gießen entsteht ein neuer Stadtteil. Ein 3ha großes Stadtviertel mit 400 Wohnungen und rund 15.000 m² Parkanlage. Für die Dachdeckerei Rödel ist es ein Mammut-Projekt: über mehrere Jahre dämmen und dichten die Dachdecker Rohbauten, Dachflächen, Balkone, Terrassen und Tiefgaragen.

Auf dem 110 ha großen ehemaligen Kasernengelände der US-Streitkräfte entwickelt die Revikon GmbH einen neuen Stadtteil „Am Alten Flughafen“. Es entsteht ein Stadtviertel mit 400 Wohnungen, 50 davon im sozialen Wohnungsbau, und mit einer 15.000 m² großen Parkanlage. Die Weimer Wohnbau GmbH & Co. KG realisiert das ambitionierte Projekt, bei dem die Baufelder 5 und 6 schon fertiggestellt und die Baufelder 1 bis 4 im Rohbau errichtet sind. Nun ist das Team der Rödel Konzept + Handwerk GmbH & Co. KG aus Solms am Zuge, die mit Kunststoffdachbahnen die fertigen Dächer und die Rohbauten schützen und mit bituminöesn Abdichtungen die Tiefgaragenflächen, die später zu einem begrünten Innenhof werden sollen.

17.000m² Flachdachfläche

Geplant sind insgesamt 22 drei- bis viergeschossige Mehrfamilienhäuser, alle mit Flachdach, vorgesehen für insgesamt 400 Eigentumswohnungen. Dazu kommen 50 Sozialwohnungen. Die gesamte Abdichtungsfläche beträgt ca. 17.000 m². Die ersten beiden Gebäude, die bereits komplett fertiggestellt wurden, haben jeweils 350 m² Dachfläche. Die Dächer werden extensiv begrünt und teilweise mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet.

Arbeit für mehrere Jahre

Für ein Projekt dieser Größenordnung braucht es entsprechend leistungsfähige Partner. Den Auftrag zur Abdichtung der Flachdächer, der Terrassen und Balkone sowie der Tiefgaragen erhielt daher das Dachdeckerunternehmen Rödel Konzept + Handwerk GmbH & Co. KG aus dem nahen Solms. Dachdeckermeister und Betriebsleiter Domenico Graziano, Projektleiter für dieses Projekt, empfahl für das Dach die Tectofin RV plus in einer Dicke von 1,5 mm, eine vlieskaschierte Bahn für Flachdächer, die sich durch besondere Robustheit und gute Verarbeitbarkeit auszeichnet.

Der erste Arbeitsschritt auf dem Dach: die Grundierung des Betons mit dem schnell bindenen Bitumen-Voranstrich.Schon nach zehn Minuten konnte die unterste Lage des Dachschichtenpakets, eine Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn, verlegt werden.

Dämmung im System

Danach griffen die Dachdecker zur Schaumpistole - gefüllt mit selbstschäumenden PU-Dämmstoffkleber Kartuschen - und brachten als Wärmedämmung in den Baufeldern 5 und 6 ein spezielles EPS-Dämmsystem (WLG 035) mit Flachdach-Dämmplatten aus Polystyrol-Hartschaum in einer Dicke von 120 mm auf. Die EPS-Dämmung verfügt über gute Dämmeigenschaften (λ = 0,035 W/mK) und lässt sich flexibel für nicht belüftete Flachdächer und Terrassen verwenden. Sie ist druckbelastbar (Druckfestigkeitspannung 150 kPa), formstabil, unverrottbar und schnell zu verarbeiten. Da die Dächer schon konstruktiv über das normgerechte 2 %-Gefälle verfügen, brauchten die Dachdecker keine Gefälledämmplatten einzubauen.

Flachdach schnell und sicher abdichten

Die Abdichtung schließlich erfolgte mit einer grauen bitumenverträglichen Dach- und Dichtungsbahn in 1,5 mm Dicke. Die Bahn wird im Extrusionsverfahren mit synthetischem Kautschuk gefertigt, der insbesondere die Verarbeitbarkeit und Langlebigkeit optimieren soll. Die Ausstattung mit einem Polyestervlies sorgt für ausreichend Stabilität und eine Widerstandsfähigkeit gegenüber Zugkräften. Das Rödel-Team richtete die Bahnen aus, verklebte die Abdichtung streifenweise mit dem Dachbahnenklebeschaum auf den Dämmstoffuntergrund und drückte die Bahn dann mit dem Besen an.

Steffen Dickhaut

Den kompletten Beitrag lesen Sie in  DDH 03.2021