News 2010-09-08T00:00:00Z Freisprechung im Weser-Stadion

Wo sonst die Bundesliga-Kicker des SV Werder Bremen den Ball im gegnerischen Tor versenken, trafen sich jetzt die frisch gebackenen Dachdeckergesellen zur Freisprechungsfeier der Dachdeckerinnung Bremen. In feierlichem Rahmen wurden eine Gesellin und 9 Gesellen nach 3-jähriger Ausbildung aus ihrer Lehrzeit freigesprochen.

"Einsatz, Willen und Identifikation mit dem Betrieb, das fordern wir von unseren Spielern, und genauso sollten Sie ihre Chancen wahr nehmen. Sie haben eine hervorragende Ausgangsbasis erreicht, die es zu nutzen gilt." Mit diesen Worten begrüßte Werder Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer die Gäste im VIP-Bereich des Stadions. Natürlich ließ er sich nicht nehmen, allen Prüfungsabsolventen eine Eintrittskarte zum nächsten Heimspiel zu überreichen. Lehrlingswart Sascha Apel nahm den Ball auf und ergänzte entsprechend der Fangesänge nach einem 1:0, "jetzt geht’s los. Denn jetzt gilt es, Verantwortung zu übernehmen. Das heißt auch für seine Fehler einzustehen und sie zu korrigieren." Tugenden und Kreativität seien im Dachdeckerberuf gefragt. Was man heute lerne, sei in 5 Jahren nur noch halb so viel Wert. "Deshalb", so Apel, "ist lebenslanges Lernen angesagt. Es gilt jeden Tag, sich neu zu behaupten. Stillstand bedeutet Rückschritt, das gilt auf dem Dach genauso wie auf dem grünen Rasen."

Bremens Obermeister Lutz Detring beglückwünschte die "Junggesellen" und rief sie zu vernünftigem Umgang miteinander und mit den anderen Gewerken auf. "Ihr könnt stolz auf euren Beruf sein, der Bauten schafft, auf die man noch Jahre lang blicken kann", sagte Detring.

"Wir wollen aber nicht nur Dächer bauen, die dicht halten, sondern sie sollen auch schön sein", erklärte der Obermeister und ergänzte, "das liegt jetzt in euren Händen, ihr seid die Generation, die dafür sorgen muss." Neben ständiger Weiterbildung sei es ebenso wichtig, sich in Sport und Politik zu engagieren und die Lobby des Handwerks zu fördern. "Der Dachdeckergeselle wird gut bezahlt, fast schon wie der Vorarbeiter," ging Detring abschließend nicht ganz unkritisch auf die aktuelle Tarifpolitik ein.

Besonders freuen konnten sich die drei Prüfungsbesten über Geldpreise für eine berufliche Weiterbildung aus der Friedrich-Schmidt-Stiftung. Für den Erstplazierten, Robert Leippi, (Ausbildung bei Firma Lemmerz, Schwanewede) gab es 1.000 Euro, für den zweiten, Martin Jürgens (Fa. Friedrich Schmidt, Bremen) 700 Euro und der drittplazierte, Patric Maik Pieper (Fa. Stickelmann & Heldt, Bremen) erhielt 300 Euro.

Mit einer Stadionführung und Besuch des Wuseum (Werder Museum) bekamen die Gäste noch einmal einen imposanten Eindruck vom Leben rund um die Bundesliga.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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