Beim Bauen im Bestand ist der Dachdecker meist Planer und Ausführender in einer Person. Das bedeutet: am Anfang schon das Ende im Blick haben. Dazu gehört auch ein umfangreiches gewerkeübergreifendes Grundwissen. Im ersten Teil der Serie gibt Michael Zimmermann praxisnahe Tipps rund um das Thema Wärme- und Feuchteschutz und beleuchtet zugleich kritische Konstruktionen.
Bei einer Dachsanierung sind die Anforderungen nach dem Pflichtenheft der EnEV einzuhalten. Für Steildächer, die vor dem 31.12.1983 hergestellt wurden, gilt der maximale U-Wert 0,24 W/(m²∙K ). Die Mindestanforderung ist, die verfügbare Höhe der Sparren voll auszudämmen. Innovative Dämmlösungen werden unter anderem auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Ist der gesamte Wärmedurchgangskoeffizient nach der Sanierung nicht höher als 0,14 W/(m² ∙ K ), bekommt der Bauherr sehr attraktive Subventionen für die gesamte Sanierungsmaßnahme. Aktiver Umweltschutz wird also gefördert.
Viel hilft viel?
Welche Dämmstoffdicke wird für welchen U-Wert benötigt? Schauen wir uns hierfür die U-Wert-Abschätzung der äquivalenten Dämmstoffdicken nach dem Prinzip der „Bierdeckelberechnung“ an: Man nehme die Wärmeleitzahl des Wärmedämmstoffs und teile dies durch den gewünschten U-Wert, zum Beispiel:
- gewünschter U-Wert 0,14/Dämmstoff mit λ= 0,035 W/(m∙K):
- 0,035/0,14 = 25 cm Dämmstoffdicke
Info: Diese Faustformel dient dazu, den Zusammenhang zwischen dem U-Wert und der Dicke der Dämmung abzuschätzen. Nicht berücksichtigt werden dabei die Wärmeübergangswiderstände, sonst noch vorhandene Bauteilschichten sowie ein möglicher Holzanteil und sie ersetzt nicht eine dezidierte U-Wert-Berechnung.
Den U-Wert von 0,24 W/(m²∙K) auf 0,14 W/(m²∙K) zu verringern, bedeutet eine Reduktion von circa 42 %. Der Energieverbrauch wird deshalb aber nicht gleichermaßen um 42 % reduziert. Je besser die Dämmleistung, also der U-Wert eines Bauteils, desto geringer wirkt sich die Verbesserung dieses ohnehin schon guten U-Werts auf den Energieverbrauch aus.
Info: Diese Faustformel dient dazu, den Zusammenhang zwischen dem U-Wert und der Dicke der Dämmung abzuschätzen. Nicht berücksichtigt werden dabei die Wärmeübergangswiderstände, sonst noch vorhandene Bauteilschichten sowie ein möglicher Holzanteil und sie ersetzt nicht eine dezidierte U-Wert-Berechnung.
Michael Zimmermann
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 14.2016