Steildach 2013-01-23T00:00:00Z Gedacht, gedichtet und gedeckt

Eine umfangreiche Sanierung in Barsinghausen stand für die Wolfsburger Bedachungsgesellschaft an. Die Besonderheit: Mit 11,5° unterschreitet das Pfarrhaus der Petrus-Kirchengemeinde die Regeldachneigung. Wir zeigen die technischen Lösungen, mit denen die Dachdecker energetische Verbesserungen erzielten.

Das Pfarrhaus der Petrus-Kirchengemeinde in Barsinghausen/Niedersachsen wurde Ende der siebziger Jahre gebaut. Mit 11,5° wies das 270 m² große Dach, gegliedert in mehrere Teilflächen, eine sehr niedrige Neigung auf. Es war mit Asbestzement-Kurzwellplatten gedeckt. Hier zeigten sich an mehreren Stellen Schäden, einige Wellplatten waren bereits ausgewechselt worden. Da auch die Wandflächen zu gering gedämmt waren und sich Schimmel gebildet hatte, entschied sich die Eigentümerin zu einer umfassenden Sanierung. Dabei sollte eine deutliche, den heutigen Vorschriften entsprechende energetische Verbesserung erzielt werden. Während die Außenwandflächen mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) versehen wurden, erhielten die Dachflächen in einem Teilbereich (Dach-Decken-Konstruktion) eine zwischen den Sparren liegende Dämmung aus Steinwolle, ein wasserdichtes Unterdach und eine Ziegeldeckung. Analog wurde im restlichen Teil die Bodendecke gedämmt und gedichtet, darüber verblieb ein belüfteter Dachraum (Kaltdachkonstruktion).

Prüfung auf Machbarkeit

Dachziegel weisen ein deutlich höheres Flächengewicht als Kurzwellplatten auf. Eine statische Überprüfung der Konstruktion ergab, dass sich diese von der Lastannahme problemlos mit Dachziegeln decken ließ. Bauherrin und Planer entschieden sich für eine Neudeckung mit Flachdachziegeln. Wie der Tabelle 2.1 Regeldachneigung des ZVDH-Fachregelwerkes [1] zu entnehmen ist, beträgt die Regeldachneigung für Flachdachziegel 22°. Bei Unterschreitung werden Zusatzmaßnahmen gemäß Tabelle 1.1 Zuordnung von Zusatzmaßnahmen außer bei untergeordneten Gebäuden gefordert. Die in der Tabelle genannten Zusatzmaßnahmen sind Mindestmaßnahmen unter Berücksichtigung der Tabelle 1 aus Merkblatt für Unterdächer, Unterdeckungen, Unterspannungen [2]. Bei der Frage, ob ein Unterdach eingesetzt werden muss, spielt nach den ZVDH-Fachregeln nicht mehr alleine die Unterschreitung der Regeldachneigung eine Rolle, sondern zusätzlich auch die Frage nach erhöhten Anforderungen wie Konstruktion, Nutzung, klimatische Verhältnisse und örtliche Bestimmungen, die auf das Dach einwirken. Dementsprechend war beim Sanierungsobjekt ein "wasserdichtes Unterdach" auszuführen.

Hans G. Rüschenpöhler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Doppelausgabe DDH 1+2.2013.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
Newsletter