Am 21. September konnte in Weilburg die Einweihung der neuen Ausbildungshalle mit über100 Gästen gefeiert werden.
Zunächst gingen der BBW Vorsitzende Manfred Feger (Bild links) und Landesinnungsmeister Ludwig Held in ihrer kurzweiligen Begrüßung auf die Baugeschichte der neuen Halle ein und dankten allen, die zur Verwirklichung des rund eine Million Euro teuren Baus beigetragen haben. Der Architekt Johannes Jakobs vom Architekturbüro Kloft + Jakobs (Hadamar) und die bauausführenden Firmen hatten in guter Qualität saubere Arbeiten geleistet.
Getragen von der Unterstützung der Handwerkskammer Wiesbaden, dem Landkreis Limburg-Weilburg, der Wilhelm-Knapp-Schule und der Stadt Weilburg und einigen Persönlichkeiten sei vor drei Jahren die Lernortkooperation gestartet worden und erstmals eine Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main zustande gekommen. Mit dem Neubau dieser Halle, in der künftig die Bereiche Holz, Metall und Flachdach unterrichtet werden, dem Umbau der ersten Halle für die Bereiche Steildach und Fassade, der Einstellung eines eigenen Ausbilders und dem Erwerb des Weilburger Hotels .Lindenhof" sei ein Quantensprung gelungen, so Feger.
Jetzt gelte es, das mühsam Erreichte zu sichern. Dank sprachen Feger und Held insbesondere dem Land Hessen sowie der Bundesrepublik Deutschland für die Bereitstellung der Fördermittel; der Neubau wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung - vertreten durch das Bundesinstitut für Berufsbildung - sowie aus Mitteln des operationellen Programms für die Förderung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung in Hessen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vertreten durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung gefördert. Zugleich richtete sich der Dank an die Sponsoren und der Belegschaft der Weilburger Geschäftsstelle.
Ministerialdirigent Dieter Wolf vom Kultusministerium ging auf die positiven Zukunftsperspektiven der hessischen Betriebe des Dachdeckerhandwerks ein. Hier zahle sich die jahrzehntelange Arbeit an der Weiterentwicklung von Qualität in der handwerklichen Aus- und Weiterbildung aus, sagte Wolf. Allerdings werde sich der fortschreitende Fachkräftemangel in den kommenden Jahrzehnten zu einem erheblichen volkswirtschaftlichen Problem ausweiten. "Wir werden jeden Kopf und jede Hand, brauchen, um unser Wohlstandsniveau halten zu können", so Wolf. Darum habe die Berufsausbildung hohen Stellenwert. Zugleich sprach Wolf den Dachdeckern einen Platz in der ersten Reihe der über 70.000 hessischen Handwerksbetriebe zu.
Dr. Christoph Gelking von der Handwerkskammer Wiesbaden wertete die Weiterentwicklung des Dachdecker-Zentrums Weilburg als einen wichtigen Ausbildungsmeilenstein für Dachdecker und Baustein für die Zukunft des Handwerks. Dächer seien heute nicht nur zum Schutz da, sondern auch zur Erzeugung von Energie. Und damit habe das Dachdeckerhandwerk weitere Verantwortung übernommen.
Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) zeigte sich erfreut über die positive Entwicklung der Institution wie auch der Frankfurter Straße, in der die Dachdecker Eigentümer des Hotels .Lindenhof geworden sind. Das Dachdecker-Zentrum sei wie ein Apfelbaum; beide trügen Früchte, was Schick auch symbolisch mit dem Überreichen eines Gutscheins für einen Apfelbaum unterstrich, der an der Ausbildungsstätte gepflanzt werden soll - als Termin wurde der 16. November 2012 vereinbart, zudem die Mitgliederversammlung von LIV und BFW stattfindet.