Erste Anzeichen gab es bereits 2011, dieses Jahr war es endlich soweit: Die DMS und der Landesinnungsverband Bayern veranstalteten gemeinsam die 32. Waldkirchener Meistertage. Die Kooperation hat der Veranstaltung gut getan, Highlights waren die Referate Windsogsicherung und strategische Metalle.
"Der bessere Weg ist der Gemeinsame", nach diesem Motto setzten sich 2011 die Verantwortlichen des DMS-Vorstands und des Landesinnungsverbands des Bayerischen Dachdeckerhandwerks zusammen an einen Tisch, rauften sich endlich zusammen. Auf vielfältigem Wunsch der Teilnehmer der Waldkirchener Meistertage sind die Meinungsverschiedenheiten ausgeräumt, das Programm wurde gemeinsam geplant und durchgeführt. Das wollten sich rund 130 vorwiegend süddeutschen Dachdeckermeister nicht entgehen lassen, als DMS-Vorsitzender Franz Haberkorn die 32. Meistertage eröffnete. Haberkorn begrüßte vor allem Bayerns Landesinnungsmeister Ewald A. Kreuzer, Sepp Frank, Obermeister der Innung München Oberbayern und Hauptgeschäftsleiter Wolfgang Werner. "Nur gemeinsam können wir das Dachdeckerhandwerk nach außen positiv vertreten, ich freue mich über die Unterstützung durch den Landesverband Bayern", so Vorstandsmitglied Heribert Schuck, der die Veranstaltung leitete.
Mit Fachtechnik und zwar konkret der aktuellen
Windsogsicherung von Dachziegeln und Dachsteinen
ging es am Donnerstagmittag los. Anschaulich referierte Dipl. Ing. Wolfgang Werner über das komplexe Thema mit den Unterpunkten Anwendungsbereich, Durchdringungen, Flächeneinteilung, Verklammerung sowie Anwendung und Berechnungshilfen. "Dachneigungen kleiner gleich zehn Grad sind nach unserer Fachregel für die Windsogsicherung gültig, auch wenn Hersteller etwas anderes propagieren. In der Regel kommen Sie mit den Tabellen zurecht, im Einzelfall arbeiten Sie besser mit dem Software-Programm MF Dach", so Werner.
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit unter Geltung des Rahmentarifvertrags für gewerbliche Arbeitnehmer im Dachdeckerhandwerk erläuterte Rechtsanwalt Michael Schuster, Rechtsberater der Bayerischen Landesverbands. "Die Grundidee ist, während der guten Zeit werden Arbeitszeitstunden angehäuft, die in der Schlechtwetterzeit aufgebraucht werden können, Sie können die Flexibilisierung allerdings 12 Monate nutzen, beginnend zwischen Mai und September", so Schuster. Der Anwalt warnte die Teilnehmer die Stundenguthaben willkürlich zu handhaben. Zahlreiche Fragen zeigten das Interesse der Unternehmer.
In die großen Fußstapfen seines Vaters Manfred tritt Christian Schneider von den Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks aus Wiesbaden. Schneider gab einen umfassenden Überblick über das Grundkonzept der Dachdeckerrente und die Struktur der Kapitalanlage. Ein Vorteil: "Die ganzen Beiträge muss der Arbeitgeber nicht als Verbindlichkeit ausweisen, da es nicht zum Vermögen zählt", sagte Schneider. Begleitet von den Saussbach Sinfonikern unterhielt Alfred Graf anschließend mit Sketchen und lustigen musikalischen Einlagen.
Solarenergie von einer anderen Seite lernten die Teilnehmer am Freitagmorgen kennen. Jörg Wiedermann, Verkaufsleiter von Pro Argentum, erklärte den Zusammenhang zwischen seltenen Rohstoffen und der Sicherheit der seltenen/strategischen Metallen als Anlageform. "Gold und Silber sind die absoluten Grundlagen einer strategischen Krisenvorsorge für optimierten Kapitalschutz über den Kauf von strategischen Metallen sollte jeder Unternehmer nachdenken", so Wiedermann. Vorbeugen in guten Zeiten, dazu riet Unternehmensberater Herbert Reithmeir. Eine Untersuchung der KFW von 2011 zeigt, dass 84 Prozent der Befragten Schwierigkeiten bei der Offenlegung von geschäftlichen Informationen haben, 81 Prozent haben keine ausreichenden Sicherheiten bzw. Bürgschaftsbanken. Ein komplexes Thema in relativ kurzer Zeit: Das war die Aufgabe von Josef Frank und Wolfgang Werner mit den Neuerungen aus dem Regelwerk für Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen Nach der Jahreshautpversammlung der DMS feierten die Dachdecker im Gasthof Lampertsdorfer bei Musik vom Haselsteiner Sepp.
Die Vorteile der Innungsmitgliedschaft und die Leistungen der Berufsorganisation verdeutlichte am Samstag morgen Thorsten Mayerhöfer von Bayerischen Landesverband, der Kurzvortrag zum gescheiterten Projekt "Dachentwässerung dumm gelaufen" von DDM Ludwig Rau sorgte für Erstaunen bei den Zuhörern. Jürgen Lehner, Jugendbeauftragter des Kompetenzzentrum Dach Waldkirchen, stellte die Maßnahmen des Verbandes in Sachen Nachwuchswerbung vor. Letztes Jahr fehlte das Highlight, dieses Mal war das traditionelle "Jetzt red I" zum Glück wieder dabei. Unter der Moderation von Josef Frank diskutierten die Dachdecker ihre Probleme und Nöte. Mit dem Schlusswort von Landesinnungsmeister Ewald A. Kreuzer gingen die Vorträge zu Ende, die "Jockers" heizten am Festabend ein und bildeten den Abschluss der gelungenen Meistertage.
Johannes Messer
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 03/2012.