Marketing 2011-01-07T00:00:00Z Gemeinsamer Blick auf den Preis

Staubfreies Modernisieren von Eigenheimen, bevorzugt in der lukrativen Zielgruppe 50 Plus diesen Schwerpunkt setzt ein Franchisesystem aus Senden. Das Unternehmen arbeitet mit Dachdeckern zusammen, die auch Zimmererarbeiten übernehmen.

Franchise-Systeme für einen gestandenen Innungsdachdecker? Für viele klingt dieses Modell ungewöhnlich, für Dachdeckermeister Horst Wagner aus Neukirchen ist es Normalität. Seit 2002 ist er Mitglied bei "Einer.Alles.Sauber", einem Franchisesystem zur staubfreien Modernisierung von Eigenheimen. Sein Betrieb, so Wagner, konnte in dieser Zeit Liquidität und Auslastung kontinuierlich verbessern: "Seit vier Jahren mussten wir keinen Kontokorrent mehr in Anspruch nehmen, seit drei Jahren können wir unsere Mitarbeiter zum Jahresende sogar mit einer Prämie belohnen", sagt der Chef von 24 Mitarbeitern.

Erzielte Preise sind das Problem

Josef Berchtold, Mitbegründer von Einer.Alles.Sauber., kennt die Schwierigkeiten vieler Betriebe. Das Problem, so seine Einschätzung, besteht eher selten darin, dass Betriebe keine Aufträge bekommen. Sie erzielen dafür nicht die notwendigen Preise: "Wir konzentrieren uns daher mit unserem Konzept auf die für Bauhandwerker lukrativste Zielgruppe der Ehepaare nach der Silberhochzeit also die Generation 50 Plus", erklärt Berchtold die Ausrichtung seines Unternehmens.

Ein fester Werbeplan sorgt etwa dafür, dass die Partner die Anfragen erhalten, die sie zur Umsetzung der Franchise-Strategie benötigen. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das sogenannte Erfolgs-Kontroll-System, dass den Partnern von der Werbekontrolle bis zur Nachkalkulation einen besseren Durchblick bei den Zahlen verschafft: "So sieht jeder täglich, wo er mit seinem Betrieb steht und kann rechtzeitig gegensteuern, wenn etwa die geplanten Stundenverrechnungssätze nicht realisiert wurden. Wir verstehen uns dabei als Team, bei dem einer den anderen unterstützt", erklärt Berchtold.

Zimmerer-Qualifikation erforderlich

Damit die Partner sich ohne Konkurrenzdenken untereinander offen austauschen können, erhält jeder ein klar definiertes Gebiet. Ideal, so Berchtold, ist ein ländlich oder kleinstädtisch strukturiertes Umfeld mit entsprechend vielen Eigenheimen. Neben den strukturellen Merkmalen sollten neue Partner eine Ausbildung als Zimmermeister, Bauunternehmer oder Stuckateur besitzen sowie bereits erste Erfahrungen in der Modernisierung vorweisen können. Für Dachdecker wie Horst Wagner ist eine Mitgliedschaft zudem nur dann sinnvoll, wenn gleichzeitig auch Zimmererarbeiten übernommen werden können.

Während sich Faktoren wie die wirtschaftliche Gesundheit bei den Eingangsvoraussetzungen problemlos überprüfen lassen, legen Berchtold und Partner Paul Meyer auch großen Wert auf die weniger leicht fassbaren persönlichen Eigenschaften: "Der Unternehmer muss Neuem gegenüber aufgeschlossen sein und auch wirklich etwas verändern wollen." Dass es dafür manchmal seine Zeit braucht, zeigt das Beispiel von Dachdecker Wagner. Den ersten Kontakt zwischen beiden Unternehmen gab es bereits 1995. Da Horst Wagner und seine Frau bei der Einführungsveranstaltung nicht von den Systemideen überzeugt waren, brachen sie das Seminar vorzeitig ab. Sieben Jahre später, inzwischen waren auch die Söhne Heiko und Tobias im Betrieb, beschloss der Familienrat, das System zunächst für drei Jahre zu testen. Nach inzwischen fast neun Jahren als Partner fällt das Fazit von Horst Wagner durchweg positiv aus: "Für mein Unternehmen war es eine gute Entscheidung."

Gertrud Ritter

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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