Bei flach geneigten Welldächern ist es je nach Wellental wichtig, oberhalb und seitlich des Fensters, die Wellentäler bis zu einem Abstand von mindestens 30 cm auszuschäumen. Dann erstellt der Dachdecker mit Vlies und Flüssigkunststoff eine gerade Ebene, um das Regenwasser fernzuhalten – wir beschreiben den fachgerechten Einbau.
Flachdachfenster sorgen unter flachen und flach geneigten Dächern für natürlich helle Räume, einen freien Blick in den Himmel und ein ausgeglichenes Raumklima – und das nicht nur bei gängigen Flachdachbauweisen mit Bitumen- oder Kunststoffabdichtung, sondern auch bei speziellen Einbausituationen wie Gründächern, Umkehrdächern, Dächern mit Kiesschüttung sowie bei nachträglicher Sanierung. Hierfür sorgt nicht zuletzt das erweiterte Zubehör, das die fachgerechte Montage des Fensters in solchen Fällen erleichtert. Durch vorgefertigte Adapterkränze wie von Hersteller Velux kann der Dachhandwerker beispielsweise auf die Anfertigung eines Bohlenkranzes verzichten und trotzdem den gemäß Flachdachrichtlinie geforderten Mindestabstand von 15 cm zwischen der Oberkante des Aufsetzkranzes und dem Belag der Dachabdichtung gewährleisten. Der Adapterkranz ermöglicht eine einfache, dampfdichte Montage des Flachdachfensters und verbessert dank einer Polystyroldämmung in den Hohlräumen zusätzlich die Wärmedämmung.
Sichere Anbindung mit Flüssigkunststoff
Erfahrene Dachhandwerker wissen: Gerade bei anspruchsvollen Einbausituationen mit kritischen Anschlüssen stellt die sichere Abdichtung gegen Feuchtigkeit und Wasser eine der elementaren Herausforderungen dar. Dies gilt insbesondere für flach geneigte Welldächer – ganz gleich, ob aus Metall, Kunststoff oder Bitumen. Denn während die Anbindung bei geraden Flachbauweisen mit einer zweilagigen Abdichtung direkt an die ebene Dachfläche angearbeitet werden kann, gilt es beim Welldach zunächst die Hohlräume abzudichten, die durch die Wellenform unterhalb des Aufsetzkranzes entstehen. Mit ein wenig Vlies und Flüssigkunststoff ist aber auch dies problemlos möglich.
Standwasser fernhalten
Die Abdichtungsarbeiten auf dem Welldach beginnen mit dem Setzen des Aufsetzkranzes. Hierzu werden die Befestigungslöcher gemäß der Einbauanleitung mit einem 3-mm-Bohrer vorgebohrt und mit selbstschneidenden Metallschrauben auf den Erhöhungen des Welldaches befestigt. Die in den Wellentälern entstehenden Zwischenräume sind zunächst mit Weichzellenschaum auszuschäumen. Bei flach geneigten Welldächern mit einer „hohen Welle“ ist es wichtig, oberhalb und je nach Einbausituation auch seitlich des Fensters auf Fensterlänge die Wellentäler bis zu einem Abstand von mindestens 30 cm vom Fenster auszuschäumen und mit Vlies und Flüssigkunststoff eine gerade Ebene zu schaffen, um das „Regenwasser“ (Standwasser) oberhalb des Fensters fernzuhalten. Zur Vorbereitung der weiteren Abdichtungsarbeiten wird das Welldach um das Fenster herum mit der Körnung 80 angeschliffen und mit einem MEK-Reinigungsmittel gesäubert. Aus dem Vlies gilt es nun, Scheiben mit einem Durchmesser von circa 10 cm zuzuschneiden, die im Bereich der Wellenberge bis zur Mitte eingeschnitten werden. Nachdem der Flüssigkunststoff mit einem 60-mm-Flachpinsel satt am Übergang vom Fenster zum Welldach aufgetragen wurde, können die Vliesscheiben auf die Wellenberge verlegt werden. Für die Eckausbildungen des Fensters und die Wellentäler des Daches werden eingeschnittene Vliesrechtecke verwendet. Ist das Flachdachfenster rundherum mit einer Schicht Vlies bedeckt, folgt ein Anstrich der Vlieseinlage mit Flüssigkunststoff.
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 18/2013.