Erstmals haben vier von sieben Dachdecker-Innungen im Bereich der Handwerkskammer Wiesbaden und des in Weilburg etablierten Hessischen Dachdecker-Zentrums ihre Gesellen in einer gemeinsamen Feier freigesprochen.
Im Sinne der Lernortkooperation zwischen der Werner-von-Siemens-Schule und dem Bildungs- und Technologie-Zentrum in Wetzlar sowie der Wilhelm-Knapp-Schule und dem Berufsbildungswerk des Hessischen Dachdeckerhandwerks e.V. in Weilburg überreichten sie die Gesellenbriefe in den historischen Gemäuern der "Laneburg" in Löhnberg. Dass eine gemeinsame Ausbildung in einer gemeinsamen Freisprechung münde,unterstreiche die gute Kooperation zwischen den Partnern, sagte Geschäftsführer Norbert Hain bei der Begrüßung der Absolventen, deren Ausbilder, Berufsschullehrer, Angehörigen und zahlreichen Ehrengäste aus den Bereichen Bildung, Wirtschaft, Kommunalpolitik und öffentlichem Leben.
Insbesondere galt sein Gruß dem Landeslehrlingswart Herbert Wisser (Staffel) und den Innungsobermeistern Matthias Hain (Dillenburg), Andre Vogler (Gießen), Jens Rödel (Wetzlar), Ulrich Weil (Limburg-Weilburg), Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick und der Leiterin der Wilhelm-Knapp-Schule Weilburg, Dr. Ulla Reitz, die in ihren Grußworten den Absolventen gute Ratschläge mit auf den beruflichen Lebensweg gaben. Zugleich freute sich Hain darüber, Markus Toptisch (leitenden Schulamtsdirektor am Staatlichen Schulamt), Michael Diehl (Schuleiter der Werner-von-Siemens-Schule, Wetzlar), Manfred Feger (Vorsitzender des BBW) und Stefan Schöffmann (stv. Landesinnungsmeister) begrüßen zu dürfen.
Insgesamt haben sich 50 Auszubildende der Gesellenprüfung gestellt, von denen acht die Anforderungen nicht erfüllten. Von den 42 erfolgreichen Absolventen wurden respektable Ergebnisse erzielt.
Zweimal wurde die Einzelnote "eins" vergeben, 15 Prüflinge bestanden Theorie oder Praxis mit der Note "gut". Mit dem Bestehen der Gesellenprüfung hätten die Junggesellen, darunter auch eine junge Dame, ein solides Fundament erreicht, auf dem sie ihre beruflichen Karrieren aufbauen könnten, so Hain. Er warf einen Blick zurück zum Ursprung der beruflichen Bildung, in dem Lehrlinge Mitglied der Meisterfamilie waren. In den folgenden Jahrhunderten habe sich einiges geändert. Allein schon, dass der Lehrling seinem Meister kein Lehrgeld zu zahlen habe, sondern eine Ausbildungsvergütung erhalte.
Handwerk bietet Basis für vielversprechende berufliche Entwicklung
Trotz vieler Veränderungen sei aber geblieben, dass mit der Freisprechung die Lehrlinge in die Gesellschaft der Gesellen aufgenommen werden. Sie sei immer noch ein bedeutender Schritt. Nach ihr gebe es nicht nur mehr Lohn, sondern auch mehr Verantwortung. Die Gratulanten appellierten an die Absolventen, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein. Im Handwerk gelte lebenslanges Lernen. In der Fort- und Weiterbildung stünden etliche Wege offen, sei es zum Vorarbeiter, Meister, Fachkraft für Solartechnik oder Betriebswirt im Handwerk. Landeslehrlingswart Herbert Wisser appellierte an die Junggesellen, sich den Herausforderungen zu stellen.