Vom 8. bis 11.9.2017 fand im ehemaligen Straßenbaudepot in Lorsch der Gesellentreff der Freien Vogtländer 2017 statt. Rund 200 einheimische und reisende Bauhandwerker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich an der hessischen Bergstraße.
Bevor es ans Feiern ging, trafen sich die Gesellen am Samstag morgen im Lorscher Rathaus. Das Treffen der Gesellen folgt einer langen Tradition: Die Gesellschaft Freie Vogtländer Deutschlands (FVD) gründete sich um 1910 aus einem Bund reisender Bauhandwerker. 1980 fand die Eingliederung in die CCEG den europäischen Gesellenzünften statt. Als einheimische und reisende Bauhandwerker unterstützt der Verein das alte Brauchtum im Handwerk, bietet eine Unterkunft, betreut die Gesellen und ist Ansprechpartner für Informationen, wenn es um die traditionelle Wanderschaft im Bauhandwerk geht. Gesellen aus den Berufen Zimmermann, Maurer, Dachdecker, Steinmetze, Betonbauer und Fliesenleger können sich "fremdschreiben" lassen um im Anschluss traditionell auf die Walz zu gehen. In dieser Zeit darf sich der Geselle für mindestens 2 Jahre und einen Tag nicht mehr als 50 Kilometer seinem Heimatort nähern und ist "stets gehalten, sich allerorts ehrbar und rechtschaffen zu verhalten".
"Die Geselligkeit und der Austausch ist das Wichtigste an den Treffen", erläuterte Vorsitzender Christian Matzke, der als gelernter Fliesenleger der Exot unter den Tippelbrüdern ist.