Flachdach 2010-07-01T00:00:00Z Goodbye Mister Wolfin

Die Orangerie mit Blick auf den See bot in Niedernberg eine prächtige und würdige Kulisse für die Verabschiedung von Wolfin-Chef Klaus Niemann am 30. Juni. Hier fanden sich rund hundertfünfzig Gäste aus der Dachbranche ein und gaben "Mister-Wolfin" die Ehre.

Moderator Holger Bals führte durchs Programm, die ersten Grußworte sprach Steffen Rüdiger, Direktor der Henkel Bautechnik: "Sie haben es geschafft, dass Wolfin bei Henkel groß geworden ist und hinterlassen große Fußstapfen. Vielen Dank für ihr Engagement und die professionelle Loyalität." Karl-Heinz Ester, Vorstand der Henke AG und Gründungsmitglied des Wolfin-Beirats, lobte vor allem die Führungsqualitäten von Klaus Niemann: "Du warst mein Mentor, deine positive Handschrift hat sich auf die Motivation der Mitarbeiter übertragen."

Auch Rainer Wolf, Geschäftsführer Eternit Flachdach und langjähriger Weggefährte, betonte seine geradlinige Philosophie: "Du hattest immer eine hohe Erwartungshaltung an deine Mitarbeiter, diesen hohen Maßstab hast du aber auch an dich gestellt. Wir die Dachbranche verlieren einen äußerst engagierten Manager, vielen Dank für die gute Zusammenarbeit." Zedach Vorstand Edith Weerd hob vor allem Niemanns Verlässlichkeit hervor: "Klaus Niemann ist ein ausgesprochener Zahlenmensch, Schlampigkeit gibt es bei ihm nicht. Auf ihn war immer hundert Prozent Verlass."

Großer Dach-Kommunikator

Den Grußwortreigen schloss ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider, der Niemanns Arbeit im Dachkonvent und für die Nachwuchswerbung betonte: "Wir verlieren einen großen "Dach-Kommunikator", der sich beispiellos auch in schwierigen Zeiten für unsere gemeinsamen Belange engagiert hat." Mit einer gekonnten Mischung aus Standup-Comedy und musikalischen Einlagen begeisterten das Bonner Kabarettensemble "Springmäuse", nach dem Motto: "Improvisation und Abdichtung" gehen doch. Sichtlich bewegt dankte Niemann seinen Gästen für die langjährige Unterstützung. Einige besonders wichtige Geschäftspartner und Freunde hob er hervor. Hartmut Schanz, langjähriger Ge- schäftsführer der Henkel-Tochter Grünau Illertissen GmbH: "Seine menschliche Integrität, seine Vorbildfunktion und sein weitsichtiges Managerhandeln bleiben für mich unvergesslich. Er hat mich als Erster für Wolfin begeistert."

Manfred Schröder, Ehrenpräsident des ZVDH: "In seiner Amtszeit, konnten wir zusammen mit anderen, teilweise heute anwesenden Unternehmern, wegweisende und weitreichende Entscheidungen für die deutsche Bedachungsbranche und für das Deutsche Dachdeckerhandwerk planen und umsetzen. Im Besonderen seien erwähnt die Neukonzeption der internationalen Messe DACH+WAND zur heutigen DACH+HOLZ, deren großartigen Erfolg wir gerade erst im Februar in Köln erleben konnten. Der während seiner Amtszeit entstandene "Dachkonvent", ein Beratungs- und Entscheidungsgremium von Unternehmern der Bedachungsindustrie, des Bedachungs-Fachhandels und des Dachdeckerhandwerks."

"Manfred Wink, ein Handwerker-Unternehmer, den sie, liebe Gäste, wahrscheinlich kaum kennen. Er ist einer der Erfolgsgaranten der Wolfin-Bautechnik, der hinter unserer Produktion in Wächtersbach und Barcs steht."

"Meine Frau Gerda: man sagt "hinter einem starken Mann steht immer auch eine starke Frau. Ob ich stark war oder bin, mögen andere beurteilen, aber dass du stark bist, weiß ich. Ohne deine Unterstützung, auch kritische Begleitung während meines beruflichen Lebens und deine Klugheit würde ich sicher heute nicht hier stehen, am Ende einer langen beruflichen Laufbahn und "Tschüss" sagen. Danke für die Zeit." "Und schließlich ein Wort zu meinen Wolfinern: Ohne sie wäre das Unternehmen nichts und dem Markt und natürlich auch dem Wettbewerb würde so einiges fehlen. Wolfin-Bautechnik hat ein starkes Team und darauf bin ich sehr, sehr stolz."

Netzwerke bilden

Niemann sparte nicht mit kritischen Anmerkungen zur Branche: "Die finanz- und weltwirtschaftliche Krise seit 2008 stellt enorme Herausforderungen an unsere Gesellschaft, an das Management eines jeden Unternehmens und damit auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Rückgang des Neubaugeschäftes im Dachbereich wird nicht wenige Unternehmen, die bisher nur auf Mengenvolumen auf commodity gesetzt haben, zum Umdenken zwingen oder sie werden vom Markt verschwinden. Nicht nachvollziehbar sind für mich Entscheidungen von Unternehmen, die bisher nicht im Flachdachmarkt zuhause waren, aber aufgrund einer einmaligen Umsatzblase im Jahre 2007 glauben, in diesen Markt investieren zu müssen, Marktkapazitäten aufbauen. Ein Markt der seit 2008 mehr als ein Drittel an Mengenvolumen verloren hat! Es wird zweifelsfrei zu weiteren Marktbereinigungen kommen (müssen).

Neben reinrassigen Unternehmen ausschließlich im Bereich Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahnen wird es Unternehmen geben, die für waterproofing insgesamt stehen und diese Entwicklung wird Auswirkungen haben im Markt, auch auf Verbands- und Lobbyarbeit zum Beispiel bei der EU in Brüssel." Doch sein Fazit endete positiv: "Dachhandwerk ist cool, zukunftsfähig und bietet wirtschaftliche Sicherheit für junge Menschen. Wir alle, Handwerk, Handel und Industrie müssen diese Message aber auch durch dafür geeignete Medien an die Jugend heranbringen. Es geht um die Zukunft aller Zielgruppen und um die künftige Distribution der Produkte der Bedachungsindustrie an ihre Kunden ... ein Netzwerk ist manchmal wichtiger als der letzte Cent." Nieman bedankte sich abschließend besonders bei seiner Assistentin Monika Schultheis und übergab symbolisch den Staffelstab an seinen Nachfolger Günther Reese.

Niemann sparte nicht mit kritischen Anmerkungen zur Branche: "Die finanz- und weltwirtschaftliche Krise seit 2008 stellt enorme Herausforderungen an unsere Gesellschaft und an das Management eines jeden Unternehmens und damit auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Rückgang des Neubaugeschäftes im Dachbereich wird nicht wenige Unternehmen, die bisher nur auf Mengenvolumen, auf commodity, gesetzt haben, zum Umdenken zwingen oder sie werden vom Markt verschwinden. Nicht nachvollziehbar sind für mich Entscheidungen von Unternehmen, die bisher nicht im Flachdachmarkt zuhause waren, aber aufgrund einer einmaligen Umsatzblase im Jahre 2007 glauben in diesen Markt investieren zu müssen, Marktkapazitäten aufbauen. Ein Markt der seit 2008 mehr als 1/3 Mengenvolumen verloren hat! Es wird zweifelsfrei zu weiteren Marktbereinigungen kommen (müssen). Neben reinrassigen Unternehmen ausschließlich im Bereich Kunststoff- Dach- und Dichtungsbahnen wird es Unternehmen geben, die für waterproofing insgesamt stehen (Kunststoff-Dachbahnen und Bitumenbahnen) und diese Entwicklung wird Auswirkungen haben im Markt, auch auf Verbands- und Lobbyarbeit zum Beispiel bei der EU in Brüssel". Doch sein Fazit endete positv: "Dachhandwerk ist cool, zukunftsfähig und bietet eine wirtschaftliche Sicherheit für junge Menschen. Wir alle, Handwerk, Handel und Industrie müssen aber diese Message auch durch dafür geeignete Medien an die Jugend heranbringen. Es geht um die Zukunft aller Zielgruppen und auch um die künftige Distribution der Produkte der Bedachungsindustrie an ihre Kunden ... ein Netzwerk ist manchmal wichtiger als der letzte Cent". Nieman bedankte sich abschließend besonders bei seiner Assistentin Monika Schultheis und übergab symbolisch den Staffelstab an seinen Nachfolger Günther Reese.

Johannes Messer

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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