Steildach 2013-02-25T00:00:00Z Grüner Hut für Feuerknechte

Das Kupferdach der Zentralfeuerwache in Wien war in die Jahre gekommen und musste saniert werden. Um das historische Bild des denkmalgeschützen Gebäudes zu bewahren, verarbeiteten die Dachhandwerker farbige Aluminiumbänder an Hauptflächen, Gauben und Anschlüssen. Auch das Entwässerungs- system wurde Ton in Ton montiert.

Bei der Zentralfeuerwache Wien, Am Hof, handelt es sich um eine denkmalgeschützte Anlage, welche aus 3 einzelnen Bauten besteht. Das Gebäude "Am Hof 7" stammt aus dem Jahr 1730 und beherbergt das neue Feuerwehrmuseum, das mit Artefakten aus 4 Jahrhunderten Brandbekämpfungsgeschichte aufwartet. Im Haus Nr. 9 befanden sich bereits 1686, dem Gründungsjahr der Wiener Berufsfeuerwehr, die ersten 4 Feuerknechte. Heute wird es weitgehend als Bürotrakt genutzt. Das nebenliegende Gebäude Nr. 10 wird seit 1884 von der Feuerwehr genutzt und fungiert heute als Mannschaftsgebäude. In dem insgesamt 21.000 m² Nutzfläche großen Gebäude ist die Notrufzentrale der Wiener Feuerwehr untergebracht. Täglich müssen bis zu 1.000 Notrufe angenommen werden. In der Zentralfeuerwache "Am Hof" sind die Nachrichtenzentrale, die gleichzeitig auch die Landeswarnzentrale ist, die Atemschutzwerkstätte, die Verwaltungseinheiten und die Einsatzfahrzeuge für die Brandschutzsektion "Zentrale" stationiert.

Farbig und biegsam

Die Generalsanierung der Zentralfeuerwache "Am Hof" betraf alle 3 Bauten der Anlage und erfolgte unter Beibehaltung des Feuerwehrbetriebes. Das 900 m² große Dach des ursprünglich mit Kupfer gedeckten Hauses 9 war aufgrund von unzureichender Wärmedämmung zwischen Sargdeckelkonstruktion und Dachkonstruktion stark sanierungsbedürftig. Für die Dachsanierung wurde die Dachdecker- und Spenglerei Hermann Schibich GmbH aus Wien beauftragt. Die Bauherrn entschieden sich bei der Materialauswahl für ein spezielles Farbaluminiumband, welches den vormals montierten, patinierten Kupferblechen gleicht. So kann das historische Bild auch für die Zukunft sicher bewahrt werden. Durch die spezielle Coil-Coating-Zweischicht-Einbrennlackierung konnte ein dem Standort entsprechendes Erscheinungsbild erreicht werden. Selbiges Bild bot sich auch bei den Fallrohren und Dachrinnen. Der Vorteil des Materials gegenüber den meisten vergleichbaren Falzmaterialien liegt in seiner besonderen Geschmeidigkeit, welche das Material extrem biegsam macht. Damit lässt es sich an jede noch so ausgefallene Dachkonstruktion exakt anpassen. Das Coil-Coating-Lackierungsverfahren garantiert dabei, dass auch die Lackschicht geschmeidig bleibt und die Biegung der Falzbahnen dem Lack nichts anhaben kann. Durch die Sanierung der Gebäude wurde eine zeitgemäße Nutzung der bestehenden Objekte gewährleistet bei gleichzeitiger Erreichung der aktuellen EnEV-Forderung. Das Erscheinungsbild des Platzes am Hof wurde erhalten und die Gebäude wurden im Inneren auf das Niveau modernster Standards gehoben.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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