News 2011-01-31T00:00:00Z Heiße Diskussion um kalte Systeme

Schneefangsysteme und Verkaufstipps waren die Schwerpunkte der 31. Waldkirchener Meistertage. Über die zukünftige Ausrichtung diskutierten die Mitglieder kontrovers auf der Jahreshauptversammlung wir fassen die Inhalte zusammen.

Rund hundert Teilnehmer begrüßte DMS-Vorsitzender Franz Haberkorn im Waldkirchener Bürgerhaus. DMS-Vorstandsmitglied Heribert Schuck startete die Veranstaltung mit einem Vortrag über Schadensbilder, zum Beispiel ein fehlerhaftes Steildach im Raum Aschaffenburg. "Die Mauerabdeckung stumpf gestoßen, die Dämmung ohne Hinterlüftung - da waren die Schäden vorprogrammiert. Mittlerweile ist Schimmel entstanden, seit fünf Jahren läuft Wasser in das Haus herein". Das Verfahren geht mittlerweile in die zweite Instanz.

Technisch ging es am Donnerstag weiter. Armin Herres, Mitglied der Geschäftsführung von Flender Flux, erläuterte die Einwirkungen auf Schneefangsysteme und die dazu gängigen Normen. "Wir unterscheiden zwischen Pappschnee und Pulverschnee, die Differenz beträgt bis zu 140 Kilogramm. Erst Schneefangsysteme und Schneestopper sorgen für ausreichende Sicherheit" betonte Herres.

Eine umfassende Zusamenfassung zum Thema EnEV 2009, DIN 18599 und Förderprogramme lieferte Martin Dahlmann von Isover. "Die EnEV soll die Energieeffizienz von Gebäuden verbessern und ist somit Gesetz", sagte Dahlmann.

Für vierzig Euro den Rücken entlasten

Als Muntermacher "eingekauft", erwies sich der Gesundheitsvortrag von Klaus-Georg König, Facharzt für Ergonomie, am Freitag morgen. Sein kurzweiliger Vortrag über Gesundheitsaspekte, das richtigen Heben und Bewegen sorgte für Aufmerksamkeit und viele Nachfragen.."Rückenschmerzen sind weit verbreitet im Zweifelsfall hilft immer Bewegung. Wenn Sie sitzen, sollten sie die Bandscheibe entlasten und die Sitzposition ändern", empfahl König. "Gezielte Rückenstärkung wie mit zum Beispiel dem Kieser Krafttraining sorgt für eine erstaunliche Erfolgsquote. Achten Sie im Winter darauf, dass der Rücken warm bleibt, eine Bandage kostet vierzig Euro, dass kann sich jeder leisten".

Aktivität und Willensstärke sind wichtige Voraussetzungen für gutes Marketing. Mehr als zwei Stunden hatte Trainer Peter Kenzelmann Zeit für seinen Vortrag "Verkaufen in der Oberliga". Anschaulich vermittelte er Basiswissen, wie zum Beispiel Körpersprache in der Kommunikation wirkt, wirklich Neues war allerdings nicht dabei "Sie können nur überzeugen, wenn Sie lange am Ball bleiben", so Kenzelmann in Analogie zum Fußball. "Manchmal reicht ein kleiner Stoß, manchmal muss ich knallhart drauf halten. Die Bandbreite beim guten Verkaufen ist breit gefächert. "Sie gewinnen am besten beim Kunden, wenn Sie als Mannschaft, als Team überzeugen" sagte Kenzelmann.

Finanzierung ohne die Bank

Das komplizierte Thema "Unternehmenseigene Bank, intelligente Innenfinanzierung" vermittelte Rechtsanwalt Peter Beck anhand des Plus-Programms-Mittelstand (PPM). "Finanzierungsprobleme können Sie gut ohne ihre Bank lösen. Die Bilanzkennzahlen verbessern sich durch die Vernetzung des PPM. Das Kapital kann dann dort verbleiben, wo es erarbeitet wurde - im Unternehmen", Beck. Der Unternehmer lagert Geld aus über eine Beteiligung der Belegschaft an einer mittelständischen Unterstützungskasse und erhält es vom Finanzamt wieder zurück. "Vergessen Sie Basel 1 und 2, die große Unternehmen in Deutschland kalkulieren nach diesem Prinzip, mit Steuerberatung, ohne Bankenbeteiligung". Der Vorteil: Das Geld bleibt im Unternehmen. Geduldig beantwortete Beck nach dem Vortrag zahlreiche Fragen aus dem Plenum und stand abends im Hotel für weitere Fragen zur Verfügung.

Dass das Thema VOB durchaus lebendig sein kann, zeigte Axel Sperling. Anschaulich vermittelte der Rechtsanwalt die Fallstricke und Bedingungen der VOB.

Dann betrat der Star der Veranstaltung die Bühne: Beatrice von Weizsäcker, die ihre Thesen zu mehr Volksabstimmung verdeutlichte, Auszüge aus ihrem Buch " Warum ich mich nicht für Politik interessiere" las und hierzu von der stellvertretenden Landrätin Renate Cerny befragt wurde. Von Weizsäcker arbeitet als Juristin bei der Stiftung zur Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter. Sie warb für die Idee der direkten Demokratie: "Wenn jeder Bürger seine Stimme abgeben könnte, würden sich alle mehr für Sachthemen interessieren. Direkter Einfluss regt das Denken an. Ich würde mir auch wünschen, dass wir bestimmen können, wen die Parteien auf die Wahllisten setzen".

Johannes Messer

Einen ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 04/2011.

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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