2012-05-21T00:00:00Z Highlight in der Hängepartie

Trotzt die weltgrößte Solarmesse der Krise in der deutschen Solarwirtschaft? Die Rahmendaten der vom 13. bis 15. Juni stattfindenden Leitmesse klingen auch 2012 vielversprechend - 2.000 Aussteller, 15 Hallen, 170.000 m².

Solar Millenium, Solon, Q-Cells, First Solar vier Namen, die die deutsche Solarwirtschaft 2012 charakterisieren, vier größere Solarunternehmen, die 2012 Insolvenz anmelden mussten. Wenn am 13. Juni die erfolgsverwöhnte Intersolar in München ihre Tore öffnet, schwebt die Frage über der Veranstaltung, in welche Richtung sich die deutsche Solarwirtschaft bewegen wird. Während Industrie und Verbände sich vehement über die weiterhin unklaren politischen Rahmenbedingungen beklagen, zweifeln Marktbeobachter das Argument an. Sie sehen eher wirtschaftliche Faktoren als Ursache: Konnte die Branche in den vergangenen Jahren noch sicher von einem Nachfrageüberhang ausgehen, liegen die Produktionskapazitäten inzwischen bei mehr als 25 Gigawatt. Das verschärft den Wettbewerb in einem Markt, in dem etwa die chinesische Konkurrenz von direkter staatlicher Förderung profitiert.

Unsicherheit belastet die Branche

Zwar liegt nach der Ablehnung der Förderungskürzungen im Bundesrat die Entscheidung beim Vermittlungsausschuss. Was jedoch bleibt ist Unsicherheit angesichts einer zu erwartenden politischen Hängepartie. Die hat laut Bundesverband Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) bereits nach Bekanntgabe des Gesetzesentwurfes für "großen Schaden" in der Solarstrom-Branche gesorgt. Nach einer im Mai veröffentlichten Umfrage verzeichneten Photovolatik-Unternehmen im April einen Umsatzrückgang von 50 Prozent, in den nächsten Monaten und 2013 wird mit einem weiteren Umsatzrückgang gerechnet. "Die viel zu starken Einschnitte bei der Solarstrom-Förderung haben das Investitionsklima in Deutschland vergiftet, die Umsätze einbrechen lassen und bereits weit über 10.000 Menschen ihren Solar-Job gekostet," kritisiert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, die Entwicklung.

Unterdessen gibt sich die weltweit größte Fachmesse der Solarwirtschaft relativ unbeeindruckt. Die Veranstalter bleiben beim bewährten Konzept: Die Messe findet vom 13.15. Juni 2012 auf der Messe München statt. Rund 2.000 Aussteller stellen 2012 ihre Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Photovoltaik, PV Produktionstechnik und Solarthermie vor. Den ausstellenden Unternehmen steht dabei eine Fläche von 170.000 Quadratmetern in 15 Hallen und ein großes Freigelände zur Verfügung. An den drei Veranstaltungstagen der Intersolar Europe werden sich voraussichtlich über 80.000 Fachbesucher aus 150 Ländern einfinden.

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 11.2012.

zuletzt editiert am 14. Januar 2021
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