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Markt

22. January 2021 | Teilen auf:

Aktuelle Arbeitsschutzverordnung: Homeoffice betrifft nur Bürokräfte

Die Bundeskanzlerin sowie die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder haben weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie beschlossen. Erfreulicherweise konnte durch das engagierte Zusammenwirken der Wirtschaftsverbände verhindert werden, dass weitere Schließungen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft oder gar ein Komplett-Lockdown der Wirtschaft verfügt wurde. Für das Dachdeckerhandwerk bedeutet dies, dass alle Arbeiten weiterhin uneingeschränkt durchgeführt werden dürfen.

Auswirkungen auf die Betriebe des Dachdeckerhandwerks:

Die vom Bundesarbeitsministerium (BMAS) herausgegebene neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Stand 20.1.2021) wirkt sich allerdings in zwei Punkten auch aufs Dachdeckerhandwerk aus:  

Homeoffice

Die Verpflichtung des Arbeitgebers, seinen Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen, gilt nur für „Büroarbeiten oder vergleichbare Tätigkeiten“. Gewerbliche Tätigkeiten auf der Baustelle oder dem Betriebsgelände sind hiervon nicht umfasst, wohl aber der kaufmännische Büroteil von Dachdeckerbetrieben. In der Praxis bedeutet dies: Lehnt der Arbeitgeber einen Homeoffice-Wunsch eines Arbeitnehmers ab, kann sich dieser an die zuständige Arbeitsschutzbehörde wenden. Dieser gegenüber muss der Arbeitgeber die betrieblichen Gründe für seine Ablehnung darlegen. Die Behörde kann daraufhin arbeitsschutzrechtliche Anordnungen erlassen und im Extremfall die betroffene Arbeit untersagen (§ 22 ArbSchG). Für die Umsetzung einer entsprechenden Anordnung ist es erforderlich, dass die räumlichen und technischen Voraussetzungen in der Wohnung der Beschäftigten gegeben sind und dass zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten eine Vereinbarung bzgl. Homeoffice getroffen wurde. Es besteht allerdings weder eine Verpflichtung für den Arbeitgeber, einen vollständigen Telearbeitsplatz nach § 2 Abs. 7 Arbeitsstättenverordnung einzurichten, noch besteht ein subjektives Klagerecht der Beschäftigten auf Arbeit im Homeoffice. Dies wird in der Begründung zur Verordnung klargestellt.

Maskenpflicht

Für die Arbeit auf den Baustellen und im Büro reicht künftig das Tragen einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung (Stoffmaske) immer dort nicht mehr aus, wo Mitarbeiter auf engerem Raum zusammenarbeiten. Dies gilt vor allem für gemeinsame Fahrten in Firmenfahrzeugen und auf der Baustelle, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Der Arbeitgeber hat den entsprechenden Mitarbeitern für diese Fälle medizinische Masken (d. h. mindestens Einweg-Maske nach OP-Standard) zur Verfügung zu stellen. Die Mitarbeiter sind nach der Verordnung verpflichtet, diese Masken ordnungsgemäß zu tragen.

 An dieser Stelle sei nochmals darauf hingewiesen, dass die BG BAU angekündigt hat, 3 Millionen Masken nach FFP2-Standard für die Beschäftigten zur Verfügung zu stellen.