Die neu gegründete Gesellschaft "Dach Daten Pool" will für eine Verbesserung der Kommunikation von Produktdaten zwischen Industrie und Handel sorgen. Profitieren sollen dabei alle vor allem der Dachdecker.
Unter der Schirmherrschaft des ZVDH gründeten Ende 2008 führende Fachgroßhändler der Bedachungsbranche die "Dach Daten Pool eG & Co. KG" (DDP). Es geht um die Verbesserung des Datenaustausch zwischen Industrie, Handel und Dachdecker. Hier gab es in der Vergangenheit immer wieder zahlreiche Versuche (Atectia, Profi-Dachplaner) einheitliche Artikelstammdaten an einer zentralen Stelle zu entwickeln, zu verwalten und zu pflegen bisher jedoch vergebens. Damals musten Händler und Hersteller noch einen Selbstfindungsprozess in Sachen EDV und Warenwirtschaft durchlaufen. Heute stehen die technischen Anforderungen und der Leidensdruck der Beteiligen steigt. Doch bisher gibt es nur begrenzt praktikable Insellösungen. Warum die Anstrengungen nach einem einheitlichen Datenpool? Nur harmonisierte Daten sorgen für einen reibungslosen. professionellen Ablauf in der Waren- und Wertschöpfungskette Industrie, Handel und Dachdecker, "just in time", Tag und Nacht. Laut DDP bietet die Neugründung und der Aufbau eines Stammdatenpools die Chance, in einem immer stärker umkämpften Markt noch effizienter und effektiver zu agieren.
Mehrere Händler eingebunden
Die neue Gesellschaft fängt hierbei nicht bei Null an, sondern kann auf die langjährigen Erfahrung der Zedach-KDS, Hamm (Katalog-und Daten-Service) zurückgreifen. Diese hat eine umfangreiche Datenbank mit Produktinformationen der Lieferanten der Bedachungsbranche aufgebaut. Acht Mitarbeiter arbeiten täglich an der Pflege der Produktdaten von rund 300.000 Artikeldatensätzen von über 250 Hersteller. Diese Daten werden in ein einheitliches Format umgesetzt und ermöglichen so eine gezielte und schnelle Auskunft. Doch auch wenn die Basis auf ehemaligen KDS-Daten basiert, will "Dach Daten Pool" kein "Zedach-Klub" sein, "jeder Händler ist bei uns willkommen", so Beiratsmitglied Horst Böckling, "wir wollen unabhängig sein und unseren Partner wirtschaftlich sinnvolle Modelle anbieten".
Dienstleistungen in verschiedenen Modellen
Alle Dienstleistungen rund um die Datenpflege sollen bei "Dach Daten Pool" hoch im Kurs stehen. Die Artikelstammdaten betreffen mittlerweile nicht nur die wesentlichen Merkmale wie Preis, Größe und Menge, sondern auch GGVS-Datenblätter, Verlegeanleitungen und Bilder. "Die Vereinheitlichung der Produktdaten nach einem Schlüssel ist die wichtigste Leistung für unsere Mitglieder, dass betrifft den Aufbau und die Pflege der Datenbank mit zuverlässigen Informationen", so Vorstandsvorsitzender Josef Rühle, Geschäftsführer Technik des ZVDH. "Wenn der Dachdecker zum Beispiel eine Abdichtungsbahn mit zwei Millimetern sucht, findet er diese bei uns das kann keine andere Datenbank leisten", sagt Böckling. "Egal in welchem Zustand wir die Daten geliefert bekommen wir standardisieren Sie nach unseren Kriterien", ergänzt Vorstandsmitglied Edith Weerd. Zum Beispiel das Auswahlkriterium Gewicht: "Wir wollen jedes Produkt mit einem Gewicht versehen, von der Rolle Schweißbahn bis zum Dunstrohr, das ist für den Dachdecker enorm wichtig, hier spart er Kosten und viel Zeit", so Böckling. "Zurzeit ist es noch so, dass jeder Händler seine eigene Datenpflege mit seiner eigenen Software pflegt, das ist volkswirtschaftlich unnötig. Andere Branchen haben längst einen einheitlichen Standard für ihre Artikelbezeichnungen und somit eine einheitliche Datenkommunikation entwickelt, da wollen wir in der Dachbranche auch hin," sagt Josef Rühle.
Johannes Messer