News 2012-05-25T00:00:00Z In Modulen zum Vorarbeiter

Erstmals in Westfalen wurde im Winter und Frühjahr 2012 durch die GFW-Dach mbH eine Gruppe von Gesellen zu Vorarbeitern im Dachdeckerhandwerk weitergebildet. Über 5 Monate verteilt nahmen die 12 Teilnehmer an 5 einzelnen Tagesmodulen am Schulungsstandort in Eslohe zu ausgewählten Themengebieten teil.

In einer ersten Veranstaltung erhielten die Seminarteilnehmer umfangreiche Grundkenntnisse des Arbeits- und des Baurechts Ass. Norbert Breidenbach vom Innungsverband des Dachdeckerhandwerks Westfalen vermittelte den Teilnehmern praxisnah die Grundzüge des aktuellen Tarif- und Arbeitsrechts. Die Auswirkungen der z.T. unterschiedlichen Regelungen bei Bauverträgen für Dacharbeiten nach dem BGB und der VOB stellte Ass. Dieter Latzel, Bauverbände Westfalen, dar. Im zweiten Modul im Februar 2012 wurde das Verständnis der Teilnehmer für die grundlegende Werkstoffbedarfsermittlung, das Leistungsverzeichnis und für die Kalkulation von Bauarbeiten geschult. Anhand von realen Projekten zeigte DDM Peter Scheer, Leiter der Meisterschule des Bildungszentrums Eslohe, auf, wie sich ein Angebotspreis einer Dachdeckerleistung zusammensetzt. Bei der Ermittlung des erforderlichen Mengenbedarfs und der Erstellung einer projektbezogen Werkstoffbedarfsliste konnten die Teilnehmer ihre eigenen Baustellenkenntnisse besonders gut einbringen. Das Verständnis für die Zusammensetzung der Kostensituation einer Dacharbeit ist für einen Vorabeiter von zentraler Bedeutung, um die wirtschaftliche Situation des Dachdeckerbetriebs im Innen- und Außenverhältnis zu verstehen und zu vertreten.

Die Mitarbeiterführung und die Kommunikation zwischen Aufraggeber und den am Bauvorhaben Beteiligten waren Gegenstand des dritten Moduls zur Qualifikation zum Vorabeiter im Dachdeckerhandwerk. Erika Pécsi, Velux Deutschland GmbH, zeigte kompetent und sensibel auf, wie sich die angehenden Vorabeiter in unterschiedlichen Gesprächs- und Arbeitssituationen verhalten sollten. Die richtige Körperhaltung, die Fähigkeit aktiv zuzuhören und die Wahl des richtigen Tons verlangt vom Vorarbeiter sehr viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Anhand von zahlreichen Beispielen des Arbeitsalltages zeigte Pécsi auf, welche Fähigkeiten ein Vorarbeiter haben sollte, um sich zu einem guten Ansprechpartner des Bauherren, des Architekten und der Kollegen zu entwickeln.

Das vierte Modul stand ganz im Zeichen der Arbeitssicherheit auf Baustellen. Herr Thorsten Strohmeier von der BG-Bau informierte die Seminarteilnehmer über die aktuellen Anforderungen der geltenden Unfallverhütungsvorschriften bei Dacharbeiten. Die Umsetzung der Schutzmaßnahmen auf der Baustelle und das Verständnis bei den Mitarbeitern verlangt vom Vorarbeiter ein sensibles Vorgehen. Die persönliche Verantwortung für "sein Team" sollte ihn dazu veranlassen, die Unfallverhütung vorbildlich zu planen und die einzelnen Schutzmaßnahmen zu kontrollieren und freizugeben. Die vorschriftliche Errichtung und die Kontrolle der Unfallverhütungsmaßnahmen schützt in Kooperation mit dem Unternehmer und/oder dem Sicherheits- und Gefahrenkoordinator nicht nur wertvolles Menschenleben, sondern verhindert auch hohe unwirtschaftliche Folgekosten eines Arbeitsunfalls. Die Baustellenorganisation und die Baustellendokumentation waren die Themengebiete des letzten Moduls. DDM Jürgen Gerbens, Prokurist der GFW-Dach mbH, zeigte auf, wie sich mit einer stringenten Planung mit Hilfe eines Bauzeitenplans und wöchentlichen Baubesprechungsprotokollen ein reibungsloser Bauablauf und eine termingerechte Fertigstellung erreicht werden kann. Neben dem gezielten Einsatz "seines Teams" sollte der Vorarbeiter auch die Materialdisposition, die Materiallogistik und die Materialprüfung sicher im Griff haben. Bei größeren Bauvorhaben mit einem hohen wirtschaftlichen Risiko bereitet der Vorabeiter nicht nur die Teil- und Schlussabnahmen vor, sondern dokumentiert auch z.T. werktäglich den Bauablauf in Schrift und Bild.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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