Steildach 2016-09-05T00:00:00Z Käuzchen auf dem Dach

U-Wert-Berechnung, Taupunktermittlung, Phasenverschiebung, Hinterlüftung – neben dem Aspekt „Ziegel runter, Ziegel drauf“ muss sich der Dachdecker bei einer Steildachsanierung vor allem über die bauphysikalischen Aspekte ­Gedanken machen. Mit einem diffusionsoffenen und energetisch optimierten Aufbau sanierte DDM Kautz ein Haus im Bergischen Land.

Steildachsanierung, Carportbau oder Vordacherneuerungen – fährt man durch die an den Königsforst grenzende Einfamilienhaussiedlung in Rösrath, bekommt man das Gefühl, sämtliche Klempner, Zimmerer und Dachdecker aus dem beschaulichen Städtchen mit rund 30.000 Einwohnern arbeiten zeitgleich auf engstem Raum. Hier wird gehämmert, dort geschraubt, an anderer Stelle fliegen gerade alte Dachsteine in eine Schuttrutsche. Einer dieser schraubenden, hämmernden und dachdeckenden Unternehmer ist DDM Hans-Jürgen Kautz. Für den Rösrather Innungsdachdecker ist es nicht die erste Baustelle in der Siedlung und auch das aktuelle Bauvorhaben, welches er mit seinem Team im Frühsommer 2016 begann, kam über Mund-zu-Mund-Propaganda für ihn zustande. „Unser Auftraggeber hatte sich in der Nachbarschaft einige von uns sanierte Objekte angeschaut und trat mit dem Wunsch an uns heran, doch mal ein Angebot für die Sanierung seiner Dachfläche zu machen. Energetische Aspekte waren für ihn zunächst zweitrangig“, so Kautz. Bei dem zu sanierenden Objekt handelt es sich um ein Einfamilienhaus mit einer Gesamtdachfläche von 327 m² und einer durch die L-förmige Grundfläche etwas verschachtelten Dachgeometrie. In den 1980er-Jahren erbaut wurde das Objekt mit einem Dachstein gedeckt. Ortgänge und Kamine erhielten im Zuge der Sanierung eine Bekleidung aus kleinformatigen Faserzementplatten. Auf der Grundlage der damals gültigen Wärmeschutzverordnung (WärmeschutzV vom 24.02.1982) führten die Dachdecker die Wärmedämmungen nach gültigem Standard mit einer Mineralwolledämmung in 10 cm Dicke als Zwischensparrendämmung aus. Die verbleibenden 4 cm der insgesamt 16 cm dicken Sparren nutzen die Planer als Hinterlüftungsebene.

Beratung ermittelt den Bedarf

Bei einem ersten Beratungsgespräch stellte DDM Kautz den Bauherren mögliche Sanierungsvarianten vor, mit dem Hinweis, dass die vorhandenen Wärmeschutzmaßnahmen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) nicht gerecht werden. Für die Dämmung eines Steildachs gilt bei einer Sanierung der maximale U-Wert von 0,24 W/(m² ∙K). Ist bei einer Zwischensparrendämmung der Platz begrenzt, gelten die Anforderung der EnEV 2014 als erfüllt, wenn die nach den anerkannten Regeln der Technik höchstmögliche Schichtdicke des Dämmstoffs (mindestens WLG 035) eingebaut wurde. Mit diesen Vorgaben aus der EnEV wollten sich die Auftraggeber aber nicht zufriedengeben: Sensibilisiert für das Thema Energieeinsparung war den Bauherren schnell klar, dass sie neben einem glasierten Tonziegel ebenfalls eine maximale ökologische Dämmlösung am Dach haben wollten, statt die Untergrenzen der aktuellen Wärmeschutzvorgaben einzuhalten.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 17/2016.

Michael Zenk

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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