Die Holzwulst-Technik ist eine besonders stabile Form der Bleieindeckung. So werden auch Dachflächen, die extremen Wetterverhältnissen ausgesetzt sind, auf Dauer sicher verwahrt.
Die Ausführung der Holzwulst folgt bewährten Regeln und stellt keine übergroße handwerkliche Herausforderung dar. Die Besonderheit: Jede Verbindung von zwei Bleiblechen wird durch einen innenliegenden Holzkern verstärkt. Die so genannten Wulsthölzer sind etwa 40 x 40 Millimeter groß. Sie sind oben abgerundet und verjüngen sich nach unten konisch um 10 Millimeter an jeder Seite. Dadurch erweitert die Dacheindeckung den Spielraum für thermische Längendehnungen und erhöht den Widerstand gegen abhebende Windkräfte.
Der Einsatz von verdeckten Haften gewährleistet noch mehr Stabilität als sichtbare Hafte. Voraussetzung ist eine exakte Positionierung der Hafte. Sie werden in Abständen von maximal 400 Millimetern direkt auf den Wulsthölzern befestigt. Ihre Ecken sind an den vorderen Kanten abgeschnitten, damit sie in die Bleibleche hineinragen, ohne das Material zu verletzten. Ganz wichtig: Der Umschlag der überdeckenden Aufkantung muss die Hafte sicher umfassen. Es empfiehlt sich, die Haftlänge so zu bemessen, dass die untere Kante am Fußpunkt des Wulstholzes unmittelbar auf der Deckunterlage ansetzt. Dadurch ist sichergestellt, dass die vordere Haftkante immer gleich positioniert und der Überlappungsbereich ausreichend groß ist. Der Zwischenabstand der parallel verlaufenden Wulsthölzer hängt in erster Linie von den örtlichen Gegebenheiten ab, um eine sinnvolle Aufteilung etwa bei Dachgauben zu gewährleisten. Je geringer der Abstand gewählt wird, desto kleiner ist das Scharmaß, was die Stabilität nochmal erhöht.
Alle Holzwulstenden müssen 5 Millimeter vor der Vorderkante der Traufe abschließen. Dazu werden die Bleibleche in der Regel über das abgeschrägte Wulstende getrieben. So ist für maximale Regensicherheit gesorgt.