Der Anteil des Schiefers am gesamten bundesdeutschen Bedachungsmarkt ist relativ gering. Die Schieferindustrie als Ganzes ist gemessen an der Zahl und Bedeutung der Produzenten industrieller Bedachungs-Produkte nicht besonders groß, und die Anzahl von Dachdeckerbetrieben, die regelmäßig Schieferarbeiten durchführen, begrenzt. Das bringt es mit sich, dass der Kreis wirklicher Schiefer-Fachleute denkbar klein ist.
Für den Nicht-Fachmann sind die Beurteilungsmöglichkeiten der Qualität eines bestimmten Schiefers praktisch fast Null. Er kann bei entsprechender Anleitung möglicherweise die Klangprobe nachvollziehen. Klingt ein Schiefer (bei richtigem Halten und Abklopfen mit Metall) hell, gilt er als »gesund«. Der geübte Dachdecker vollzieht bei der Verlegung in der Regel diese Klangprobe. Man kann bei hellem Klang mindestens davon ausgehen, dass keine »Quarz-Köpfe und -Messer« enthalten sind. Eine umfassende Beurteilung gibt die Klangprobe jedoch nicht her.
Keine Entscheidung ohne Prüfmittel
Die augenscheinliche Beurteilung ist für den Fachmann hinsichtlich der Bearbeitungskriterien möglich. Dagegen reicht für die Beurteilung der Materialeigenschaften nicht einmal ein jahrelang geübtes und erfahrenes Auge aus. Eine abschließende Entscheidung kann ohne zusätzliche Prüfmittel und Erfahrungen nicht getroffen werden. Wird Schiefer unkontrolliert eingekauft, dann wird der Bauherr früher oder später an seinem konkreten Einzelfall seine eigenen guten oder leidvollen Erfahrungen sammeln müssen. Die Bearbeitungsqualität wird im Regelfalle nochmals die kritische Kontrolle des geübten Dachdeckermeisters passieren. Eine konkrete Beurteilung der Gesteinsqualität bleibt aber weitgehend ausgeschlossen, es sei denn, es liegen Langzeiterfahrungen mit dem Schiefermaterial des jeweiligen Vorkommens vor.