Wenn eine Klebeverbindung nicht hält, liegt es nur selten wirklich am Kleber.
Kleben ist mehr als nur das bloße Auftragen eines Klebemittels und die Haltbarkeit einer Klebeverbindung hängt von vielen Faktoren ab. Einige Grundkenntnisse über die chemisch-physikalischen Vorgänge und die beeinflussenden Rahmenbedingungen können deshalb darüber Aufschluss geben, warum eine Klebeverbindung versagt. Denn nur selten ist es ein Mangel beim Klebemittel.
Klebstoffe werden in Reinform oder als Gemisch aus verschiedensten Stoffen hergestellt und haben jeweils spezielle Eigenschaften. Die große Palette an unterschiedlichen Klebemitteln ist nötig, da es aufgrund der verschiedenartigen Untergründe, Einsatzgebiete und Anforderungen einen „Alleskleber“ nicht geben kann.
Warum klebt ein Klebstoff?
Ein Klebstoff haftet durch physikalische Wechselwirkung an der zu verklebenden Oberfläche. Dieses Phänomen der Haftung wird Adhäsion genannt. Die Adhäsionskräfte können jedoch nur über eine sehr geringe Distanz von ca. einem tausendstel Millimeter übertragen werden. Hier kommt das zweite Phänomen der Haftung ins Spiel: die Verkrallung. Je besser das Klebemittel die Unebenheiten eines Untergrundes ausfüllt, desto größer ist die Kontaktfläche, an der die Adhäsionskräfte wirken können.

Die Ladung des viskosen Klebemittels wird Oberflächenspannung genannt und deren Stärke ist in der Regel relativ hoch. Die als Oberflächenenergie bezeichnete Ladung des Untergrundes bestimmt, wie gut dieser benetzt werden kann. Für eine sichere Verklebung sind möglichst hohe Oberflächenspannungen und Oberflächenenergien und eine möglichst geringe Differenz zwischen ihnen von Vorteil. Somit beeinflussen einerseits die Rauigkeit des Untergrundes - also seine Struktur - und andererseits seine chemisch-physikalischen Eigenschaften die Haftung. Auf rauen Oberflächen wie Putz, Mauerwerk oder sägerauem Holz ist deshalb der Einsatz von geeigneten Klebemassen einem Klebeband mit seiner verhältnismäßig geringen Klebstoffdicke vorzuziehen. Bis das Klebemittel die Oberflächenstruktur angenommen hat, oder dieses - bei pastösen Klebemassen - abgebunden hat, dauert es immer eine gewisse Zeit. Haftung ist also zeitabhängig.