Das Anziehen der Konjunktur und eine spürbar verstärkte Nachfrage nach Rohstoffen, speziell aus Fernost, sorgt nicht nur für Verknappungstendenzen sondern auch für deutliche Preissteigerungen seitens der Rohstoff-Hersteller. Dies berichtet der Industrieverband Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahnen DUD e.V. in Darmstadt.
Um 20 Prozent gestiegene Rohstoffpreise seit Dezember 2011 setzen die kunststoffverarbeitenden Unternehmen weiterhin unter Druck. Die europäische Vertretung der Branche in Brüssel, der EuPC (European Plastics Converters) sieht die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den asiatischen Anbietern gefährdet. Die Rohstoffkosten verschlingen bis zu 70 Prozent der Erlöse. "Der starke Preisanstieg vor allem für Polymere gefährdet die Rentabilität '' so EuPC-Geschäftsführer Alexandre Dangis.
Neben dem hohen Ölpreis macht Dangis die politische Lage in Nah-ost sowie den Ausfall mehrerer Anlagen als Ursache für den Preisanstieg verantwortlich. Veraltete Anlagen und wetterbedingte Ausfälle schränken die Verfügbarkeit von Naphtha und seinen Derivaten ebenso ein wie die Liefermengen vor allem von Ethylen und Propylen.
Die hohen Preise führen teilweise zu einer verminderten Nachfrage; auch die schleppende Konjunktur in den europäischen Nachbarländern kommt den deutschen Kunststoffverarbeitern entgegen. Die im DUD organisierten Hersteller gehen davon aus, dass ihre Produktion nicht durch Rohstoffmangel beeinträchtigt wird.
Dangis sagte in Brüssel: "Die Kunststoffverarbeiter müssen auf die hohen Kosten mit Preisanpassungen reagieren, sonst ist die Lebensfähigkeit einer großen Zahl von Unternehmen bedroht."