Nach einer aktuellen Studie haben bereits 66% der deutschen Bevölkerung einen Internetanschluss. 16% davon benutzen das Internet zum Telefonieren. Tendenz steigend. Grund genug sich einmal intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.
Nach einer aktuellen Studie haben bereits 66% der deutschen Bevölkerung einen Internetanschluss. 16% davon benutzen das Internet zum Telefonieren. Tendenz steigend. Grund genug sich einmal intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.
Oben: Die Benutzer-oberfläche von Skype, einem der beliebtesten Programme. Unten: Externe Geräte erlauben die Nutzung auch abseits vom Computer.
Das Telefonieren über das Internet wird meist auch Voice over IP (kurz VoIP) genannt. Sprache (Voice) wird digitalisiert und mit Hilfe des Internet Protokolls (IP) über Computernetzwerke verteilt.
Für die Übertragung von Sprache über das Internet sind in der Vergangenheit verschiedene Übertragungsverfahren (Protokolle) entstanden. Aus der Hobby-Kommunikation weniger Internetprofis ist inzwischen ein echter Trend geworden.
Populär wurde das Online-Telefonieren wie so oft im Internet durch frei verfügbare, kostenlose Programme. Mit so genannten Plauderprogrammen wie z.B. dem Microsoft Messenger tauschen Internetnutzer blitzschnell Informationen aus. Die Programme erlauben das Telefonieren, Schreiben von Nachrichten, Bildübertragung, Datenaustausch in Echtzeit über das Internet. Ein klarer Vorteil gegenüber der E-Mail, denn so kann direkt auf Anfragen reagiert und Gedanken schnell und unkompliziert ausgetauscht werden, ohne erst alle E-Mails im elektronischen Briefkasten abzuarbeiten.
Kontrolle mit Einheitskosten
Auch die Kosten bleiben dabei überschaubar. Denn in den meisten Firmen und Haushalten gehört die DSL-Flatrate (d.h. ein schneller Internetzugang mit festen monatlichen Kosten) bereits zum Standard, so dass für das Telefonieren über das Internet keine weiteren Kosten anfallen. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob der Anruf im gleichen Ort oder ans andere Ende der Welt erfolgt.
Aus den verschiedenen Möglichkeiten über das Internet zu telefonieren, stechen manche Programme deutlich hervor. Das Programm Skype etwa, im Internet kostenlos unter www.skype.com erhältlich, ist eines dieser Programme. Die Installation ist kinderleicht und erfordert nur wenige Mausklicks. In der Grundfunktion gibt sich der Skype-Nutzer einen Anrufnamen, veröffentlicht ihn und kann loslegen, sobald er die Anrufnamen seiner Gesprächspartner kennt.
Mit einer WebCam auf beiden Seiten der Verbindung können zwei Gesprächspartner das Telefonat sogar von Angesicht zu Angesicht führen. Auch Konferenzen mit mehreren Teilnehmern sind möglich.
Wer über diese Grundfunktionen hinaus auch über das normale Telefon erreichbar bleiben, aus dem Programm in das normale Festnetz telefonieren oder einen Anrufbeantworter nutzen will, erhält über Skype die Möglichkeit dazu. Diese Komfortfunktionen sind allerdings kostenpflichtig.
Auch bei Telefonanrufen in das normale Telefonnetz bietet das Programm Vorteile. Der Dachdecker wählt sich über das Internet ein, die Vermittlung in das normale Telefonnetz erfolgt vor Ort beim Angerufenen. So entstehen immer nur die Kosten für ein Ortsgespräch.
Bereits über 100 Millionen Nutzer
Allein die Zahl der Nutzer zeigt die wachsende Beliebtheit von Skype: Über 100 Millionen Menschen telefonieren bereits mit dem Programm. Tendenz steigend. Auch die Industrie hat bereits reagiert: Mehr als 100 Hardware-Hersteller bieten inzwischen Skype zertifizierte Zusatzgeräte an. Die Folge: Das System wird zunehmend einfacher, bequemer und zuverlässiger.
In der Praxis müssen Nutzer einen Kopfhörer mit Mikrofon am Computer verwenden, ansonsten kommt es zu Rückkopplungen. Wer mehr Spielraum benötigt und beim Telefonieren nicht immer am Computer kleben möchte, greift zu speziellem Zubehör.
Eine sinnvolle Alternative bieten hier externe Geräte die etwas mehr Komfort fürs Telefonieren bieten. Die Spanne reicht dabei von schnurlosen Kopfhörern bis hin zu vollwertigen schnurlosen Telefonen, die mit oder ohne Computer den Zugang zum Skype Netzwerk ermöglichen. Eine preiswerte und recht effiziente Lösung stellt das seit kurzem verfügbare schnurlose Telefon von Sitecom dar. Es handelt sich dabei um ein sehr einfaches Wireless Handy, das über einen USB Sende- Empfänger verfügt, mit dem die Verbindung zum Computer hergestellt wird. Skype installieren, USB Stecker anschließen und schon kann es losgehen. Das einfache Gerät erhältlich für circa 60 Euro hat zwar kein eigenes Display. Für eine Gesprächsannahme ist dies aber auch nicht nötig. Möchte der Anwender selbst eine Nummer anwählen, kann er Skype mit der Handytastatur steuern. Dies funktioniert so einfach und elegant, dass man ein eigenes Display am Handy nicht unbedingt vermisst. Auch die Qualität der Sprachübertragung steht der eines normalen Telefons kaum nach. Nur bei Bandbreitenschwankungen im Internet kommt es bisweilen zu Sprachunterbrechungen, die die Gesprächspartner in der Regel aber kaum wahrnehmen.
Worin liegt nun der große Vorteil dieser Technik? Zum einen in der Zukunftstauglichkeit: Es ist davon auszugehen, dass die künftige Kommunikation über das Internet mit der Verfügbarkeit von schnellen günstigen Internetzugängen weiter zunehmen wird. Bereits jetzt kann das kostenlose Internettelefonat den normalen kostenpflichtigen Anruf zu Freunden oder Kunden leicht ersetzen.
Skype statt Tagungsstress?
Interessant wird diese neue Möglichkeit zum anderen aber auch für Firmen oder Verbände, die in Form von Arbeitsgruppen miteinander tagen. Oft sind dabei mehrere Treffen im Jahr an wechselnden Orten erforderlich. Das Gespräch selbst bleibt dabei meist von überschaubarer Dauer, während die An- und Abreise oft viel Zeit in Anspruch nimmt.
Gerade wegen heute oft notwendiger Kostenreduzierungen empfiehlt es sich daher, zukunftsorientiert zu denken. Warum also nicht auf persönliche Treffen verzichten und stattdessen wichtige Dinge direkt oder auch in einer Konferenz über das Internet miteinander besprechen? Schnell, einfach und unkompliziert. Und, wenn nötig, auch kurzfristig.
Ein Anfang wäre gemacht, wenn Mitglieder auf diese Art Geschäftsstellen, Innungen und Verbände erreichen könnten. In einem weiteren Schritt könnten sich Arbeitsgruppen mit dieser Kommunikation vertraut zu machen und so ihre Effizienz weiter verbessern.
Karl-Heinz Krawczyk