Der neue Rundbau der Südwestdeutschen Salzwerke AG ist durch seine Form und Größe einzigartig in der Umgebung von Heilbronn. Die darüber liegende Kuppel besteht aus 16 einzelnen Segmenten die mittels Schwerlastkran punktgenau montiert wurden. Die Abdichtung mit PIB Bahnen erledigten die Dachdecker am Boden - Hochzeit aller Bauteile war dann in rund 25 m Höhe.
Einer der bedeutendsten Salzproduzenten Europas ist die Südwestdeutsche Salzwerke AG mit Sitz in Heilbronn. In den Bergwerken Heilbronn und Berchtesgaden sowie aus dem im Bad Reichenhaller Becken liegenden Solevorkommen wird das Salz gewonnen. Insgesamt 75.000 Tonnen Salz lagern allein am SWS-Standort in Heilbronn. Jedoch ist die Menge gerade in Spitzenzeiten bei hohen Nachfragen eher knapp. Aus diesem Grund wurde auf dem Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hafenbecken eine neue Lagerhalle für Streusalz errichtet. In dem markanten Rundbau mit Holztragwerk können zusätzlich 25.000 Tonnen vorgehalten werden.
Stahlbetonring als Basis
16 Teilsegmente bilden Kuppeldach
Das Tragwerk der auf dem Stahlbetonring ruhenden Kuppel wurde aus Brettschichtholz gefertigt. Hergestellt wurde es von der auf Holztragwerke spezialisierten Schaffitzel Holzindustrie GmbH + Co. KG aus Schwäbisch Hall. Für die Montage unterteilten die Holzspezialisten das Tragwerk in 16 einzelne Dachsegmente. Bei der finalen Montage trafen alle 16 Segmente im Firstbereich auf einen V4A-Edelstahlkranz mit einem Durchmesser von 4 Metern. Schon allein die Montagehöhe des Edelstahlkranzes von rund 25 Metern stellte eine besondere Herausforderung dar. So diente ein eigens dafür aufgestelltes Gerüst als Hilfskonstruktion für den Stahlkranz während der Montage.
Fertigung vor Ort
Da ein Transport der fertigen Dachsegmente nicht möglich war, entschied man, die einzelnen Holztragschalen direkt vor Ort zu fertigen. Auf einem eigens hierfür erstellten Montagegerüst fügten die Fachhandwerker der ifk-Dachtechnik, Neudenau, die Tragschalen direkt neben dem Hallenneubau zusammen. Die einzelnen Segmente bestehen aus geteilten, 26,50 Meter langen Brettschichtholz-Hauptbindern mit Nebenträgern, teilweise integrierten Lichtkuppeln und einer Beplankung aus OSB-Platten. Schon im Vorfeld der Vor-Ort-Fertigung teilte man die Hauptbinder für die spätere Montage der Länge nach in zwei Teilbinder mit einer Breite von 14 Zentimetern.
Vollflächig verklebt
In Heilbronn verklebten die Dachdecker der ifk-Dachtechnik die Bahnen direkt auf die Schale aus OSB-Platten. Hierzu wurden die einzelnen Bahnen zunächst passend zugeschnitten und ausgelegt. Im nächsten Schritt klappen die Dachdecker die parallel zur Traufe verlegte Bahn mittig zurück, um den systemzugehörigen Kleber auf die OSB-Platten aufzubringen und zu verteilen. Anschließend legten die das ifk-Team die Bahn in den vollflächig verteilten Kleber ein und klappten die untere Hälfte der Bahn mittig zurück. Jetzt konnte auch hier der Kleber aufgebracht, verteilt und die zurückgeklappte Bahn in den Kleber eingelegt werden.
Sven-Erik Tornow
