Neben der schieren Größe und Höhe der Westend-Synagoge in Frankfurt ist insbesondere die technische Umsetzung der Deckung mit den Mönch- und Nonnenziegeln ein Highlight. Wir berichten über die Sanierung des überdimensionalen Kuppeldaches, mit der die Willy A. Löw AG den Sanierungspreis 17 in der Kategorie Steildach gewann.
Schon von Weitem ist das überdimensionale Kuppeldach sichtbar und sticht inmitten der modernen Flachdachkomplexe heraus – die Westend-Synagoge der jüdischen Gemeinde in Frankfurt. 1910 erbaut, ist sie bis heute die größte Synagoge in Frankfurt am Main. Als einzige der ehemals vier großen Frankfurter Synagogen überstand sie schwer beschädigt die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und die schrecklichen Ereignisse im November 1938. Nach dem Krieg wurde der Komplex nach einer provisorischen Renovierung im September 1950 wieder eingeweiht. Zwischen 1989 bis 1994 begann die jüdische Gemeinde mit der originalgetreuen Restaurierung des historischen Bauwerks. Die Westend-Synagoge in Frankfurt am Main ist somit ein architektonisches Schmuckstück von historischer Bedeutung, dass in ihrer über hundertjährigen Geschichte neben den Kriegswirren auch Wind und Wetter trotzen musste, insbesondere die überdimensionale Kuppel, die über allem thront.
Dies führte dazu, dass die Jüdische Gemeinde Frankfurt im Jahr 2016 bei der Dachdeckermeister Willy A. Löw AG aus Bad Homburg die Anfrage nach einem Sanierungskonzept für den Kuppelbau der Westend-Synagoge stellte. Die Mönch- und Nonnendeckung des Dachensembles war marode, denn der Ton der italienischen Ziegel war durch erhebliche Frostschäden brüchig geworden und die vorhandene Deckung erwies sich als nicht mehr ausreichend standsicher. Diverse Ziegel und die Mörtelfüllungen waren bereits über die Entwässerungsebenen in die Außenanlagen des Bauwerks gestürzt.
Intensive Planung, kurze Sanierungsphase
Arbeiten in 40 m Höhe
Da das Kuppeldach rundumlaufend von niedrigeren Gebäudeteilen umgeben war, musste der Gerüstbau so ausgelegt werden, dass die Rahmen lastverteilend auf den Dachflächen der unteren Gebäude auflagen. Als Höhenzugang diente ein 37 m hoher Gerüstturm, der seitlich an das Hauptgebäude angeordnet war.
Michael Zenk
Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 08.2018.