Für Ibrahim Hassani steht fest: „Ich will viel lernen, um hier zu bleiben und eine gute Zukunft zu haben.“ Der 20-Jährige ist aus Afghanistan geflohen und lernt seit August im Weseler Dachdeckerbetrieb von Dirk Jarchau.
Dachdecker Winns gute Erfahrungen mit einem Flüchlting
In seiner Heimat Afghanistan sei es ihm und seiner Familie zunächst gut gegangen, blickt Hassani zurück. Die politischen Wirren und der Krieg hätten dies aber zunichtegemacht, weil die Familie der Minderheit der Hazara angehört. Sein Vater sei getötet worden, sein Bruder habe bei der Explosion einer Mine ein Bein verloren. Die Familie entschloss sich zur Flucht. In überfüllten Autos, zu Fuß und per Bus gelangte Ibrahim schließlich 2015 nach Deutschland, während der Rest der Familie in den Iran ging, wo sie aber auch nicht sicher seien.
Weiterbildungseinrichtung Akademie Klausenhof
Er wolle „es schaffen im Leben“, lässt der junge Mann an seiner Zielstrebigkeit keinen Zweifel aufkommen. Dazu gehöre, dass er Nachhilfe in Anspruch nimmt, um die Anforderungen der Berufsschule zu schaffen, und dass er auch an den Samstagen und Sonntagen lerne. Als besonders ärgerlich schildert er, dass er wegen seines noch nicht geklärten Aufenthaltsstatus nicht nach Wesel umziehen dürfe und deswegen auf dem Weg zur Arbeit und in den Klausenhof zurück viel Zeit verliere, die er nicht für sich und sein Weiterkommen nutzen könne. In Afghanistan habe er lediglich für drei Jahre eine Koranschule besuchen können. „Lesen, schreiben und alles andere habe ich erst in Deutschland gelernt. Sogar Persisch kann ich jetzt schreiben, weil ich es mir hier beigebracht habe.“
Für Dirk Jarchau sind die ersten Monate mit seinem neuen Mitarbeiter positiv verlaufen. „Wir haben ein gutes Team. Daher wird Ibrahim sich dort integrieren können. Wenn das klappt und er sich weiter so anstrengt, ist seine Zukunft bei uns gesichert.“