Die IAA in Hannover lieferte wenige Premieren und Überraschungen, dafür sind viele Ankündigungen der letzten Messe im Herbst 2012 tatsächlich lieferbar. Unser Überblick zeigt auch Neuvorstellungen: Mit dem Mercedes Citan sowie der Baureihe des Ford Transit präsentierten sich Neuanwärter für die Karriere im Handwerk.
Wer im September in Hannover ein Feuerwerk der Innovationen erwartet hatte, musste enttäuscht werden. Ausgesprochen unaufgeregt präsentierte sich das Neueste zu Lieferwagen, Transportern oder Pick-ups. Also nichts los? Keineswegs. Wer als Handwerker bestmöglich auf Achse sein will, hat gerade jetzt erstklassige Chancen. Beispielsweise hat jedes neue Nutzfahrzeug inzwischen einen Euro5-Motor zu Ende sind teils verklausulierte Ankündigungen oder die ultimative Ausnutzung von Übergangsfristen und dem entsprechenden Zulassungs-Wirrwarr. Zudem bieten die meisten Lieferwagen oder Transporter inzwischen Spritspar-Technik oder verbesserte Laderaum-Ausstattungen, um noch komfortabler durch den Alltag zu kommen.
Handling und Ausstattungsmöglichkeiten der leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht (zulGG) erreichen bereits seit geraumer Zeit Pkw-Niveau. Um darüber hinaus durch ein Top-Angebot aufzufallen das mehr ist als ein Preisnachlass , schnüren die Marken jetzt verstärkt Komplettpakete: für den Existenzgründer, für die eine oder andere Handwerksbranche und nicht zuletzt für denjenigen, der mit Allradantrieb bei jedem Wetter zu seinem Job vor Ort durchkommen will. Nachfolgend Messeeindrücke zu einzelnen Marken und Modellen in alphabetischer Reihenfolge.
Citroën: von Nemo bis Jumper
Gut gestaffelt vom Cityflitzer Nemo (Frachtraum: 2,5 m³) über den Lieferwagen Berlingo (3,3 beziehungsweise 3,7 m³) sowie den Kompakt-Transporter Jumpy (5 beziehungsweise 7 m³) bis hin zum Transporter Jumper (8 bis 17 m³) reicht das in den letzten Jahren kaum geänderte Angebot. Hinter den Kulissen stellt sich das Management des französischen PSA-Konzerns, zu dem Citroën und Peugeot gehören, neu auf. Sichtbares Zeichen in Deutschland: Beide Marken werden jetzt aus einer Zentrale in Köln gelenkt. Dem Entscheider im Handwerksbetrieb kann das egal sein oder doch nicht? Vielleicht sollte man als König Kunde bei der Kaufentscheidung insbesondere achtgeben, welche speziellen Pakete der eine oder der andere für das Handwerk schnürt.
Daimler hat auch kleines Fahrzeug
Vito, Sprinter und Vario zeigten auf der Nfz-IAA, was sie drauf haben: Das kann ein zulGG von maximal 3,2 t beim Vito bedeuten, den Sprinter als typischen 3,5-Tonner gibt es darüber hinaus in vielen weiteren Varianten vom 2,8- bis zum 5-Tonner. Wer mehr braucht, stellt den Vario mit bis zu 7,5 t zulGG in Dienst.
Kein Angebot gab es allerdings in den letzten Jahren in der Lieferwagenklasse mit etwa 2 t zulGG. Dieses Manko hat Daimler jetzt mit dem Mercedes Citan beendet. Dafür übernehmen die Stuttgarter in Zusammenarbeit mit Renault in weiten Teilen das Kangoo-Konzept. Das Ladevolumen im Kastenwagen reicht von 2,4 m³ beim Citan Kompakt (hier ohne seitliche Schiebetür) bis zu 3,8 m³ in der Version "Extralang". Im Variantenreichtum mit 3 Längen, als Kastenwagen oder als Kombi einschließlich des Motorenangebotes (derzeit 2 Diesel mit 55 kW/75 PS beziehungsweise 66 kW/90 PS) nutzt man die französischen Vorgaben. Hinzu kommen aus eigener Entwicklung Front, Heck, Interieur und Fahrwerksabstimmung.
Fiat bietet Vielfalt
Wie bei Citroën und Peugeot staffelt sich die Reihe leichter Nutzfahrzeuge auch bei den Italienern: Fiorino, Doblò, Scudo und Ducato heißen die Modelle, die weitestgehend bauähnlich sind mit den beiden französischen Marken. Die Ausnahme unter den Gemeinsamkeiten: der Lieferwagen Doblò, von dem es gleich 5 Varianten gibt. Fiat entwickelte in dieser Baureihe neben Kasten und Kombis sogar einen Pritschenwagen. Die neueste Entwicklung ist eine Lang-Version mit Hochdach, die den neuen Topwert von 5 m³ im Frachtraum erreicht. Der Strada, im Vergleich zu anderen Pick-ups eher zierlich, rundet die Fiat-Vielfalt ab.
Ford überarbeitet Transit-Reihe komplett
Eine erkennbare Kooperation mit der Konkurrenz gibt es bei den Ford-Nutzfahrzeugen nicht. Man entwickelt eigenständig, hatte bei der Transit-Baureihe allerdings seit Längerem keine großen Entwicklungssprünge mehr zu bieten. Kamen für das Modelljahr 2012 neue Euro5-Motoren, gab es in den Jahren davor bis auf ein Facelift keine wichtigen Veränderungen. Jetzt aber konnte Ford auf der Messe mit einer umfangreichen Neuvorstellung aufwarten. Zum Jahresende 2012 kommen erste Versionen des Transit Custom zu den Händlern: als maximal 3,3-Tonner mit Normaldach und 2 Radständen (5,9 oder 6,8 m³). Die maximale Zuladung beträgt bei diesem Kompakt-Transporter je nach Ausführung 600 bis 1.400 kg.
Thomas Dietrich
Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 21.2012.