2010-05-27T00:00:00Z Lotse durch das Gesundheitswesen

Die Zusammenhänge sind seit langem bekannt je stärker Belegschaften altern, umso akuter wird die Frage nach der betrieblichen Gesundheit, erst Recht in Handwerksbetrieben. Aber auch bei Auszubildenden wird die körperliche Leistungsfähigkeit zunehmend schlechter

Die Zusammenhänge sind seit langem bekannt je stärker Belegschaften altern, umso akuter wird die Frage nach der betrieblichen Gesundheit, erst Recht in Handwerksbetrieben. Aber auch bei Auszubildenden wird die körperliche Leistungsfähigkeit zunehmend schlechter. Gleichzeitig ist das Angebot an Präventionsmaßnahmen, Kursen, Schulen und deren Trägern so unübersichtlich wie nie zuvor. Licht ins Dunkel des Gesundheitsangebots soll eine Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bringen. Im Projekt "Gesunde Arbeit" sollen kleine und mittelständische Betriebe in Zukunft eine erste zentrale Anlaufstelle finden, die unbürokratische Hilfe anbietet und Betriebe bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen unterstützt. In den vorerst fünf regionalen Beratungs- und Koordinierungsstellen München/Nürnberg, Dresden, Münster, Bad Segeberg und Köln (Kontaktadressen unter www.gesunde-arbeit.net) bieten Spezialisten ihre Hilfe an.

Betriebe und Dienstleister zusammenbringen

Die Büros verstehen sich dabei als Lotsen durch das breit gefächerte Angebot von gesetzlichem Träger und privaten Dienstleistern. Kleinere und mittlere Unternehmen können sich kostenfrei an die Regionalstellen wenden und dort Konzepte für Lösungen der betrieblichen Gesundheitsprobleme erhalten. Die Lösungen werden von Regionalstelle und Arbeitgeber gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Bei Bedarf werden Partner aus einem umfangreichen Netzwerk gesetzlicher und privater Präventionsdienstleister hinzugezogen. Die Leistung der Regionalstellen besteht vor allem in der passgenauen Vernetzung und Vermittlung von Anbietern und Nachfragern gesundheitlicher Leistungen. "Wir bilden eine Art ‚Scharnierfunktion‘ zwischen Gesundheitsanbietern und der Wirtschaft", sagt Bianca Biallas vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln, das die Region Köln/Bonn vertritt.

Das Spektrum der betrieblichen Gesundheitsförderung ist breit (siehe Kasten: "Präventions-Tipp") und erstreckt sich von Rückenschulen und Gesundheitschecks über Stressbewältigung, Führungsschulen, Ernährungs- und Konfliktseminaren bis hin zur Suchtprävention. Viele Betriebe wissen nicht, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen auch hier bieten die Stellen an, für Übersicht zu sorgen. Vom Lösungskonzept bis zur Auswertung der Maßnahmen werden alle Schritte gemeinsam abgestimmt.

Fazit: Investition, die sich doppelt auszahlt

Leistungsfähige und gesunde Mitarbeiter sind die Grundlage eines erfolgreichen Unternehmens. Wer Gesundheit sichern will, sollte langfristig denken und regelmäßig investieren. Der Staat hilft dabei: Mit der Neuregelung von § 3 Nr. 34 des Einkommensteuergesetzes 2009 soll die Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes in Unternehmen zusätzlich gefördert werden. Waren bislang Gesundheitsleistungen, die der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zugute kommen lässt, größtenteils als geldwerter Vorteil steuerpflichtig, gilt aktuell und rückwirkend für 2008 ein erhöhter Steuerfreibetrag von 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter.

Malte von Lüttichau

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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